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01.10.2014

15:49 Uhr

Vermögensanlage

Anleger wollen sichere Goldanlage

VonRegine Palm, Martin-W. Buchenau

Trotz eines sinkenden Goldpreises hat sich an der Börse Stuttgart die Zahl der Kaufaufträge vervierfacht. Privatanleger haben einen Wunsch: Sie wollen ihr Investment jederzeit in physisches Gold umtauschen können.

Goldbarren in unterschiedlicher Größe: Experten sind sich uneins, ob der Preis unter die Marke von 1200 Dollar fällt. dpa

Goldbarren in unterschiedlicher Größe: Experten sind sich uneins, ob der Preis unter die Marke von 1200 Dollar fällt.

Gold ist seit jeher eine Anlage gegen Krisen und in Krisenzeiten. Krisen in der Ukraine, Terror im Nahen Osten oder Proteste in Hongkong müssten sich eigentlich positiv auf den aktuellen Goldpreis auswirken. Tun sie aber nicht. Vor drei Jahren lag der Goldpreis über 1900 Dollar je Feinunze. Jetzt ist die große Gretchenfrage auf dem Goldmarkt: Sinkt der Preis auf unter 1200 US-Dollar je Feinunze oder hält die Widerstandslinie gegen eine weiteres Abrutschen des Goldpreises?

Nach Daten des World Gold Councils sank die Nachfrage im zweiten Quartal dieses Jahres um 16 Prozent auf 964 Tonnen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahlen vom dritten Quartal sind noch nicht verfügbar. Der World Gold Council ist die Interessenvertretung der Goldminenindustrie.

„Ich rechne mit einer Seitwärtsbewegung. Erst im zweiten Halbjahr 2015 wird Goldpreis wieder steigen“, sagt LBBW-Edelmetallanalyst Thorsten Proettel und rechnet erst Ende kommenden Jahres wieder mit einem Preisniveau von 1350 Dollar. „Da das Edelmetall aktuell nahe der Marke von 1200 US-Dollar pro Unze gehandelt wird und damit nahe an den Grenzkosten in der Produktion, scheinen Investoren nicht mehr an einen weiteren Preisverlust zu glauben“, sagt Bernhard Wenger, Head of European Distribution bei ETF Securities.

Er sieht damit einen Boden beim Goldpreis erreicht. Die Institutionellen Anleger sind ohnehin schon aus der Goldanlage rausgegangen. LBBW-Analyst Proettel empfiehlt Privatanlegern allerdings nicht mit Gold unter Renditegesichtspunkten zu spekulieren, sondern nur als Absicherung fürs Depot. Ein Gold-Boom wie in der Finanz- und Eurokrise, als sich der Wert des Edelmetalls versiebenfachte, werde sich so schnell nicht wiederholen.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Der dauerhafte Niedrigzins in Europa macht Gold, das ja für Anleger keine Zinsen abwirft, als Anlage für Privatanleger attraktiver. Trotz sinkendem Goldpreis scheint die Nachfrage vor allem in Deutschland anzuziehen. Die Börse Stuttgart hatte vor zwei Jahren ein so genanntes Exchange Traded Commodity (ETC) mit dem Namen Euwax Gold aufgelegt. Obwohl der Goldpreis seither dramatisch verfiel, kauften die Anleger die Goldpapiere.

„Wir haben einen permanenten Mittelzufluss. Die Zahl der Order hat sich vervierfacht“, sagt Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer der Börse Stuttgart Securitas GmbH. Der durchschnittliche Anleger kauft Gold Papiere für 3500 bis 4000 Euro. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Der Wert entspricht derzeit ungefähr 100 Gramm.

Kommentare (4)

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Herr Tom Schmidt

01.10.2014, 16:25 Uhr

Ich habe das Thema Platin heute schon kommentiert und unsere Banker und ihre eingebildeten Zusammenhänge!

Tatsache ist, und das sollte man bei einem solchen Artikel erwähnen, dass der Goldpreis in Euro heute im Plus ist, innerhalb der letzten 10 Tage im Plus ist, innerhalb der letzten 3, 6 oder 12 Monate mehr oder weniger seitwärts läuft.

Nachschlagen kann man das z.B. mit der WKN A0S9GB

Frau Dr. Max Motte

01.10.2014, 16:47 Uhr

Würde man den Goldpreis nicht manipulieren, so würde er gegenwärtig vermutlich bei etwa 2500 bis 3000 US-Dollar stehen, also etwa doppelt so hoch wie dies derzeit offiziell der Fall ist.

Doch da die Instrumente dieser Manipulation immer öfter versagen, wird ein deutlicher Goldpreisanstieg immer wahrscheinlicher, zumal die Nachfrage vonseiten Russlands, Chinas und Indiens weiter sehr hoch ist und die jährliche Goldsaison gerade erst beginnt.

Statt das kranke Geldsystem der Bankster ( Schuldgeldsystem ) zu verändern, versuchen westliche Notenbankster mit Ihren Systemmedien nach wie vor Gold aus den Köpfen und Tresoren der Bevölkerung zu eliminieren und Kritiker kaltzustellen.

Das globale Bankstersystem und damit das Schuldgeldsystem hängt nur noch an einem seidenen Faden. Es kann jederzeit zusammenbrechen, weil es praktisch keine gesunden Finanzistitute mehr gibt. Gegen den drohenden Kollaps hilft nur Gold - sagt Wirtschaftsprofessor Antal E. Fekete.

Prof. Antal E. Fekete ist ein aus Ungarn stammender Wirtschaftsprofessor und lehrt an der Memorial University in Neufundland (Kanada). Seine Aussage:

"Ich möchte heute über das Bankensystem sprechen.
Es ist erstaunlich, dass nur die wenigsten Menschen erkennen, dass das heutige Bankensystem auf der ganzen Welt praktisch zahlungsunfähig ist, eine noch nie dagewesene Situation."

Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Systemmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/michael-morris/gold-umsturz-und-kriegshetze.html

Herr Jürgen Bertram

01.10.2014, 16:49 Uhr

wer an Gold (oder anderen Edelmetallen) Interesse hat, sollte sich nicht mit "Zettelchen" (wie auch unser Papiergeld) zufrieden geben......
Im Zweifel (Krise) hilft nur der Zugriff auf wirklich "Vorhandenes"

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