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01.02.2011

07:42 Uhr

Versorgungsängste

Aufruhr in Ägypten hält Ölpreis über 100 Dollar

VonJörg Hackhausen, Dietmar Neuerer

Die Unruhen in Ägypten dominieren zurzeit den Rohstoffmarkt. Ein Fass der Ölsorte Brent kostet erstmals seit mehr als zwei Jahren über 100 Dollar. Auch der US-Ölpreis zieht an. Die entscheidende Frage lautet: Wird nach Ägypten auch Saudi-Arabien von Unruhen erfasst?

Tanker im Suezkanal: Rund vier Millionen Barrel Rohöl werden pro Tag durch Ägypten geleitet. DAPD

Tanker im Suezkanal: Rund vier Millionen Barrel Rohöl werden pro Tag durch Ägypten geleitet.

FRANKFURT. Die Angst vor einer Ölknappheit wegen der Unruhen in Ägypten hat den Preis für Öl der Sorte Brent am Montag zum ersten Mal seit 28 Monaten über die 100-Dollar-Marke getrieben. Ein Fass des Nordsee-Öls verteuerte sich bis auf 100,25 Dollar. Am Dienstag gab der Preis für das fass Brent im asiatischen Handel zwar leicht nach, blieb aber über der 100-Dollar-Marke bei 100,62 Dollar. Das waren 39 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass WTI stieg am Morgen um sechs Cent auf 92,25 Dollar.

Der Preisanstieg hat auch das Förderkartell Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) alarmiert. Für den Fall eines Lieferengpasses von Rohöl aus dem Nahen Osten hat die Opec kurzfristig eine erhöhte Produktion zugesagt. "Falls wir einen echten Engpass bekommen sollten, so müssen wir reagieren", sagte OPEC-Generalsekretär Abdalla el- Badri am Montag in London. Die OPEC, der auch die Länder Venezuela und Iran angehören, produziert etwa 40 Prozent des weltweit verbrauchten Rohöls. Pläne für ein außerordentliches Treffen vor dem kommenden Termin im Juni gebe es derzeit nicht, sagte er.

Noch ist schwer abzuschätzen, welche Folgen die Unruhen in Ägypten für die Rohstoffmärkte haben werden. Doch die Investoren sind alarmiert. Sie fürchten, dass die Versorgung mit Öl ins Stocken geraten könnte. „Die Gefahr, dass der Ölnachschub gestört werden könnte, treibt den Ölpreis“, sagt Ben Westmore, Rohstoffexperte der National Australia Bank.

Für die Förderung von Öl spielt Ägypten zwar keine Rolle, die Bedeutung für den Transport ist jedoch groß. Die schnellste Verbindung vom Indischen Ozean in den Atlantik führt über Ägypten. Das Öl der Golfstaaten fließt entweder durch eine Pipeline oder wird von kleineren Tankern direkt durch den Suezkanal bis zum Mittelmeer transportiert. Jeden Tag werden so rund vier Millionen Barrel Rohöl durch das Land geleitet. Das entspricht fast fünf Prozent der weltweiten Fördermenge. Wäre dieser Weg verschlossen, müssten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung im Süden Afrikas fahren – ein Umweg von rund 9000 Kilometern.

Ich denke nicht, dass die Situation außer Kontrolle gerät", sagte Opec-Generalsekretär el-Badri, aber eine Schließung der Sumed-Ölpipeline am Rande des Suezkanals könne durchaus eine Verknappung am Markt auslösen. Derzeit sei der Markt allerdings mit hohen Lagerbeständen bestens versorgt. Die Opec hatte zuletzt ihre Förderquoten gegen Jahresende 2008 angepasst und seinerzeit auf einen Verfall des Ölpreises von 54 Prozent in jenem Jahr reagiert. Derzeit werde die Transportkapazität auf dem Suezkanal und der Sumed-Pipeline nicht voll ausgeschöpft. Ein Großteil der von der OPEC 2008 gestrichenen Produktion sei über diese beiden Wege durch Ägypten geflossen, wie Goldman Sachs erklärte.

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In den vergangenen Tagen kam es in der Hafenstadt Suez zu gewaltsamen Ausschreitungen. Bislang war der Schiffsverkehr nach Angaben der Betreiber-Gesellschaft davon nicht betroffen. Doch mancher Beobachter fühlt sich bereits an frühere Krisen erinnert. Während der Suezkrise im Jahr 1956 blieb der Kanal über mehrere Monate geschlossen, in Folge des des Sechstagekrieges im Jahr 1967 sogar für mehrere Jahre.

Kommentare (13)

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Unbekant

31.01.2011, 17:52 Uhr

Öl,Öl und Öl habt ihr auch noch was anderes im Kopf wie währs mit Menschenrechte,Menschenrechte und Menschenrechte. Was bringt der Geldseegen den Firmen und der Ölseegen der bevölkerung wen in manchen ländern keine Menschenrechte existieren. Menschen waren schon immer Abhängig von Energie wie währ es sich mal von nur einer Energiequelle unabhängig zu machen z.b Windenergie,Wasserstoff,Photovoltaik,Erdwärme,bio undsw und wie währ es das diese Länder nicht nur sich vom Export von Öl abhängig machen. Monotonie in einer Förderung... bringen auch nicht unbedingt Qualitatives Wirtschaftswachstum auf längere frist in einem Land. Und wen eine Regierung viel Öl hatte und am Nabel der Förderung war und ist (können Sie den Preis pro barrel sehr leicht bestimmen) und Ratet mal wer es früher z.b verhindern wollte... die ... das ist kein geheimnis das weis jeder. Wird eine Regierung unbequem weil sie an der Preisschraube drehen kann wird sie versucht mit politischen argumenten klein gehalten und übrigenz das ist nicht nur beim Thema Öl, auch wen es demokratisch ist. Ja, ja

Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.


benjamin Franklin, 17.01.1706 - 17.04.1790

US-Staatsmann, Ökonom und Naturforscher

von http://zitate.net/geld.html

WIWI

31.01.2011, 18:04 Uhr

ich muss meinem Vorredner mal sagen: Die Demokratie ist nicht das beste was es gibt. Eine Diktatur, ist, sofern der Herrscher nicht durchdreht und seine Untertanen gut behandelt eigentlich besser. Ein Herrscher der sein Volk 'liebt' wird vernünftige Entscheidung ohne Lobbyismus treffen. Auf Dauer zahlt sich das auf jedenfall aus.
Das Problem ist: Spätestens bei der Übergabe der Macht an die nächste Person kommt es bei sowas fast immer zu Problemen. Aber in der Zeit vorher kann das Land und die Menschen erblühen.

Die Saudis wissen das. Dort sind 50% der Leute im Staatsdienst (verdienen gutes Geld und drehen wirklich fast Däumchen) und bekommen alle ein Haus gestellt. Unter den Konditionen würde hier wohl auch jeder einen Herrscher aktzeptieren. in Tunesien und Ägypten ist dies - wohl auch mangels ÖL - nicht der Fall, dann gehen die Leute früher oder später auf die barikaden.

Unbekant

31.01.2011, 18:23 Uhr

Hallo @WiWi,

ich hab so das Gefühl das du ein anhänger der Diktatur oder Monarchie bist oder ein anhänger der Diktatur des Proletariats(Komunismus). Dies kan ich nur verurteilen unserere Demokratie ist eines der besten Modelle in der Welt. Und ich hoffe das dies auch so bleibt. Und alle mir bekanten Diktaturen sind durch ihre Herscher Gescheitert. Lobbyismus existiert auch in einer Diktatur, den nur die Linientreuen werden dort zum Größten Teil bevorzugt. Also hör bitte auf mit deiner Propaganda. Da wird es mir übel kein Model ist Perfekt. Aber das Model das alle Modell in sich zulässt ist nun mal die Demokratie. Der der in der bevölkerung am beliebtestens und die besseren Argumente und lössungsansätze hatt setzt sich durch. Zum Glück. Und das sollte sich endlich weltweit in der Welt mal durchsetzten.

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