Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2013

10:26 Uhr

Vertrauen verloren

Spekulanten glauben nicht mehr an Gold

Hedge-Fonds haben ihre Wetten auf das Edelmetall reduziert. Mit steigenden Preisen rechnen so wenige Spekulanten wie zuletzt vor fünf Jahren. Grund: Weniger Angst vor Inflation senkt die Goldnachfrage.

Investment

Wie tief fällt der Goldpreis noch?

Investment: Wie tief fällt der Goldpreis noch?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

New YorkHedge-Fonds haben ihre Wetten auf eine Rally bei Gold so stark zurückgenommen, dass sie nun bei einem Fünfjahrestief liegen. Der Goldpreis war vor kurzem erstmals seit 2010 unter die Marke von 1200 Dollar je Unze gefallen. Die Analysten von Goldman Sachs Group Inc. glauben, dass der Absturz noch weiter gehen wird.

Spekulanten reduzierten ihre Netto-Kauf-Positionen in den Tagen bis zum 25. Juni um 20 Prozent auf 31.197 Futures und Optionen, wie die jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2007. Gleichzeitig schnellten die Bestände an Verkaufkontrakten um fünf Prozent auf 77.027 hoch. Hierbei handelt es sich um den zweithöchsten Wert der Geschichte.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die US-Notenbank wird unter Umständen noch in diesem Jahr damit anfangen, das Volumen ihrer Bondskäufe zu reduzieren, hatte Fed-Chef Ben S. Bernanke vor kurzem angekündigt. Ein Programmabschluss sei bis Mitte 2014 möglich. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft in dem von der Fed erwarteten Ausmaß erhole.

Zwischen Januar und Ende Juni war der Goldpreis um 27 Prozent eingebrochen. So schlecht hatte er sich in einem ersten Halbjahr schon seit 1981 nicht mehr entwickelt. Der Wert von an den Börsen gehandelten Goldprodukten reduzierte sich in den Zeitraum um 60,4 Milliarden Dollar. Investoren reduzierten ihre Bestände auf ein Dreijahrestief.

Banken wie Credit Suisse oder Goldman haben in der vergangenen Woche in vorgelegten Analysen ihre Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises zurückgenommen - nicht zuletzt auf Grund der Aussagen der Fed.

Kommentare (25)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.07.2013, 10:56 Uhr

Weniger Wetten? Das kann nur gut sein. Der Goldpreis ist auch ohne diese Wetten über davor Jahre gestiegen. Reine Papierwetten ohne physische Hinterlegung und oft auch noch gehebelt sind grundsätzlich abzulehnen. Dieser vollkommen künstliche Markt ohne realen Bezug kann den wahren Goldpreis nur nach oben oder unten hin verwässern und sorgt für Volatilität. Weg damit.

G4G

04.07.2013, 11:08 Uhr

Die Produktionkosten liegen je Unze bei 1500 $, also ist Gold derzeit kostenlos zu haben.
Gold ist seit Menschen Gedenken wertstabil und inflationsfrei seit 3000 Jahren.
Es gibt keine bessere Anlage in Zeiten zunehmender Turbulenzen.

bernardo

04.07.2013, 11:35 Uhr

...wie zuletzt vor 5 Jahren, also 2008. Und danach ging die Gold-Ralley erst so richtig los.
"Analysten" sind Kaffesatzleser und/oder die Prostituierten des Grosskapitals.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×