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16.07.2015

08:26 Uhr

Viel Rohöl verarbeitet

Ölpreis steigt nach Rückgang der US-Reserven

Nach dem Rückgang von Rohöl-Reserven in den USA ist der Ölpreis gestiegen. Die Raffinerien in den Vereinigten Staaten hatten in der vergangenen Woche ungewöhnlich viel Rohöl verarbeitet.

Nachdem Raffinerien in den USA in der vergangenen Woche mehr Rohöl verarbeitet haben, ist der Ölpreis gestiegen. dpa

Ölpreis steigt

Nachdem Raffinerien in den USA in der vergangenen Woche mehr Rohöl verarbeitet haben, ist der Ölpreis gestiegen.

SingapurDie Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Ein Rückgang der Ölreserven in den USA habe die Preise gestützt, hieß es aus dem Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 57,55 US-Dollar. Das waren 50 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 66 Cent auf 52,07 Dollar.

In den USA hatten die Raffinerien in der vergangenen Woche ungewöhnlich viel Rohöl verarbeitet. Die Folge war ein Rückgang der Lagerbestände an Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt um 4,3 Millionen auf 461,4 Millionen Barrel. Trotz des Rückgangs bleiben die US-Ölvorräte aber weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Nach Angaben der US-Energiebehörde liegen sie weiter um etwa 100 Millionen Barrel über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Die wichtgsten Ölsorten

Allgemein

In der Erde schlummern Dutzende von Rohölsorten, die alle unterschiedliche Eigenschaften und Preise haben. Die Herkunft reicht von Alaska North Slope über Arab Light bis zu Zuetina, einer Stadt in Libyen. An den Terminbörsen in London und New York werden nur standardisierte Produkte gehandelt, sogenannte Referenzöle. Die Preise aller anderen Sorten werden dann als Abschlag oder Zuschlag auf das Referenzöl ermittelt.

WTI

Für die USA ist das meistgehandelte Referenzöl West Texas Intermediate (WTI) West Texas Intermediate (auch WTI) ist eine leichte, schwefelarme („süße“) Röhölsorte aus den USA. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung einschließlich der Herstellung von Benzin. Der Preis pro Barrel (159 Liter) WTI-Öl entspricht in der Regel dem der leichten Nordseesorte Brent Crude, kann aber geringfügig abweichen.

Brent Crude

Brent ist die für Europa wichtigste Rohölsorte. Gehandelt wird eigentlich Brent Blend, ursprünglich ein Mix aus hauptsächlich den Feldern Brent und Ninian. Brent ist ein leichtes (viele niedrigsiedende und damit wertvollere Bestandteile), „süßes“ (niedriger Schwefelgehalt) Rohöl. Es stammt aus der Nordsee zwischen den Shetlandinseln und Norwegen. Von dort gelangt es über eine Unterwasser-Pipeline zum Ölterminal Sullom Voe auf Mainland, Shetland (ebenso wie das Öl vom Ninian-Feld) und wird per Tanker weiter transportiert. Gehandelt wird es in London an der Warenterminbörse ICE Futures.

Dubai Fateh

Fateh, das Rohöl aus Dubai, ist das dritte wichtige Benchmark-Öl. Im Gegensatz zu den zwei anderen, hochwertigen Rohölen handelt es sich aber bei Fateh Dubai aber um ein minderwertiges, hoch schwefelhaltiges Öl. Man spricht auch von saurem Öl. Es ist doch erstaunlich, dass dieses Öl aus Dubai, Fateh genannt, trotzdem so hoch gehandelt wird.

Ural-Öl

Urals-Öl (kurz: Urals) ist die für Russland wichtigste Rohölsorte, die als Referenz für den Ölhandel und -export dient. Urals-Öl ist eine Mischung („Blend“) aus dem namensgebenden Öl aus dem Ural und der Wolgaregion, das schwer, hochsiedend und sehr schwefelhaltig ist, mit leichtem, schwefelarmem Öl aus Westsibirien (Siberian Light). Das leichtere, westsibirische Öl wird im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen gewonnen, das schwere, schwefelreiche heute vorwiegend in Tatarstan. Urals-Öl wird über Pipelines zum Schwarzmeerhafen Noworossijsk gebracht, und von dort per Tankschiff exportiert. Der andere Exportweg ist die Drushba-Pipeline nach Westeuropa. Urals ist ein mittelschweres Rohöl mit hohem Schwefelgehalt.

Opec-Öl

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) gibt ebenfalls eine eigene Referenzzahl bekannt, den so genannten Korbpreis. Dabei wird der durchschnittliche Wert von sieben Rohölsorten berechnet: Saharan Blend (Algerien), Minas (Indonesien), Bonny Light (Nigeria), Arab Light (Saudi-Arabien), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Tia Juana Light (Venezuela) und Isthmus (Mexiko).

Von

dpa

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