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12.01.2007

14:37 Uhr

Vielseitiger Energieträger

Steinkohle hat Potenzial

VonH. J. Schürmann

Für die Beschaffung von Steinkohle auf dem internationalen Markt zeichnen sich zwar keine nachhaltigen Versorgungsengpässe ab. Wie die Entwicklungstrends der letzten Jahre belegen, sind allerdings kurzfristige Preissteigerungen bei abrupten Absatzschüben möglich.

Vielseitiger Energieträger

Vielseitiger Energieträger

DÜSSELDORF. Die Wettbewerbsfähigkeit der internationalen Kohle gegenüber den fossilen Substitutionsenergien Öl und Gas sei jederzeit erhalten geblieben, unterstreicht Wolfgang Ritschel, Geschäftsführer des Vereins der Kohlenimporteure, Hamburg. Doch habe sich das Wachstum im internationalen Kohlenhandel zuletzt abgeschwächt. Die Preise gaben im gerade abgelaufenen Jahr entsprechend leicht nach. Nach den relativ hohen Kokskohlenpreisen Mitte dieser Dekade hätten marktwirtschaftliche Kräfte zu einem Rückgang des spezifischen Koksbedarfs geführt, so Ritschel. Die fob-Preise für „hard-coking-coal“ waren 2005 von 55 bis 60 US-Dollar je Tonne (t) auf 125 Dollar gestiegen. 2006 wurden 115 Dollar registriert. Für 2007 rechnet Ritschel mit 95 bis 100 Dollar, also mit einer weiteren Marktberuhigung.

Etwas anders sieht es bei Kesselkohle aus. Hier wurde 2006 im internationalen Handel immer noch ein Wachstum verzeichnet. Doch ist die dynamische Wachstumsphase mit einem Zuwachs von drei bis vier Prozent zunächst einmal unterbrochen worden. Der langjährige durchschnittliche Wachstumstrend lag bei acht Prozent jährlich. Ursächlich für den recht moderaten Anstieg der Kraftwerkskohlennachfrage ist der stagnierende Einsatz von Importkohlen im atlantischen Markt, im Gegensatz zur Entwicklung im asiatischen Wirtschaftsraum. Gegenüber Spitzennotierungen von rund 70 Dollar/t (fob-Basis Richards Bay Kraftwerkskohle Südafrika) vor knapp zwei Jahren sind die Kesselkohlenpreise gleichfalls kräftig ins Rutschen gekommen. Ende November 2006 lagen sie bei 48 Dollar/t. Die Kostenpreise belaufen sich auf 32 bis 34 Dollar/t. Bei einem eher fortgesetzt verhaltenen Wachstum der internationalen Kesselkohlennachfrage existiert somit noch preispolitischer Spielraum nach unten.

Für Steinkohle gilt die Konkurrenzsituation in der Verstromung gegenüber Erdgas nach wie vor als günstig. Ritschel erwartet daher in Zukunft wieder ein kräftigeres Wachstum, die Preise für Kesselkohle sollten daher längerfristig „etwas steigen“. Es müssten neue Lagerstätten mit zunehmenden Kosten in Angriff genommen werden, um das Mengenwachstum ohne Kapazitätsengpässe abzudecken.

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