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03.03.2014

11:38 Uhr

Virtuelle Währung

Insolvente Bitcoin-Börse richtet Hotline ein

Bitcoin in der Krise: Die Pleite der Börse Mt. Gox hat das Vertrauen in die virtuelle Währung beschädigt. Mehr als 100.000 Nutzer sind betroffen. Nun versucht die Handelsplattform zu retten, was zu retten ist.

Machten zuletzt mehr Ärger als Freude: Bitcoin-Münzen, die eigentlich über die Handelsplattform Mt.Gox laufen. Diese ist seit dem 25. Februar jedoch nicht mehr erreichbar. dpa

Machten zuletzt mehr Ärger als Freude: Bitcoin-Münzen, die eigentlich über die Handelsplattform Mt.Gox laufen. Diese ist seit dem 25. Februar jedoch nicht mehr erreichbar.

TokioDie in schwere Turbulenzen geratene Bitcoin-Börse Mt. Gox hat am Montag eine Telefonhotline für besorgte Kunden freigeschaltet. Unter der japanischen Nummer würden „alle Fragen“ beantwortet, teilte die in Tokio ansässige Firma auf ihrer Internetseite mit. In Kürze werde zudem „ein Überblick über die Situation“ auf der Webseite veröffentlicht. Dem Handelsplatz für die virtuelle Währung waren 750.000 Bitcoins von Kunden und 100.000 eigene Exemplare abhanden gekommen. Der Gesamtwert der verschwundenen Bitcoins belief sich nach Wechselkursen von Montagmorgen auf rund 350 Millionen Euro.

Die Mt. Gox-Handelsplattform hatte Anfang Februar den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, Anfang vergangener Woche verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Am Freitag beantragte das Unternehmen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Gläubigerschutz; das Bezirksgericht von Tokio nahm den Antrag an.

Mt. Gox gibt an, dass Software-Probleme es kriminellen Angreifern ermöglicht hätten, die Bitcoins zu stehlen. Etwa 127.000 Nutzer der Börse sollen betroffen sein. Die japanischen Behörden nahmen Ermittlungen auf. Auch die US-Justiz befasst sich mit den Vorgängen.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird es, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird. Handelsplattformen beziffern die aktuelle Zahl an Bitcoins Mitte November 2017 bei 16,7 Millionen Münzen.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox rutschte der Kurs Anfang 2014 in die Hunderter, es wurde still um die Kryptowährung. Doch 2017 explodierte der Kurs: Von 1000 Dollar im Januar ging es bis Mitte November rauf auf mehr als 8000 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. Aufsichtsbehörden weltweit hatten in den vergangenen Monaten verstärkt vor den Risiken gewarnt.

Die Mt. Gox-Hotline ist zu erreichen unter der japanischen Telefonnummer 0081-3-4588-3921. Das Call Center ist an Werktagen von 02.00 Uhr bis 09.00 Uhr deutscher Zeit besetzt.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.03.2014, 13:17 Uhr

"Die Pleite der Börse Mt. Gox hat das Vertrauen in die virtuelle Währung beschädigt."

"BESCHÄDIGT" ????????? Wie bitte ????

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