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22.10.2015

10:59 Uhr

Virtuelle Währung

Kommt bald das Scotpound?

VonKatharina Slodczyk

Die Schotten müssen sich vom Pfund loseisen, um glücklicher zu werden – und eine digitale Währung einführen. Das zumindest glaubt eine Denkfabrik aus London. Die Schottische Nationale Partei wittert ihre Chance.

Mit einer digitalen Währung wären die Schotten führend in der Finanzinnovation. dpa

Schottenröcke

Mit einer digitalen Währung wären die Schotten führend in der Finanzinnovation.

LondonDie Experten der Londoner Denkfabrik New Economics Foundation beschäftigen sich seit schon einigen Jahren mit dem menschlichen Wohlbefinden, mit den Zusammenhängen zwischen Glück und Geld und damit, dass mit Reichtum allein nicht zufriedener macht. Dafür haben sie den Happy-Planet-Index entwickelt, bei dem zuletzt Länder wie Costa Rica und Vietnam ganz vorne lagen.

Bei einem neuen Vorschlag ist der Think Tank jetzt etwas anders vorgegangen. Die Mitarbeiter haben sich offenbar überlegt, wie man einem Land, das eher im Mittelfeld gelandet ist, zumindest teilweise zu mehr Glück verhelfen kann. Das Ergebnis: Schottland, das Land der Kilts, Tartan-Muster und Highlands, brauche eine neue digitale Währung, den sogenannten ScotPound.

Das hätte eine ganze Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen, heißt es in dem Vorschlag der New Economics Foundation – allen voran: Schottland würde die Angst vor einem Verlust des britischen Pfund verlieren, die eine entscheidende Rolle bei der Abstimmung über die Unabhängigkeit im vergangenen Jahr gespielt hätte.

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Auf anonymen Marktplätzen in den Tiefen des Internets werden in Spitzenzeiten rund 650 000 Dollar pro Tag illegal umgesetzt. Bitcoins sind die bevorzugte Währung für die virtuellen Händler. Die Waren sind jedoch echt.

Diese Idee hat die Denkfabrik eigentlich bereits vor gut einem Monat entwickelt. Doch jetzt erst hat George Kerevan, ein Abgeordneter der schottischen Nationalpartei SNP, den Vorschlag aufgegriffen. „Ich bin dafür zu experimentieren“, sagte er BuzzFeed News. Wenn man Menschen davon überzeugen wolle, dass es Alternativen zum Pfund gebe, dann müsse man dies den Menschen vorführen und zeigen statt einfach nur darüber zu debattieren.

Einige konkrete Details, wie das funktionieren kann, hat die New Economics Foundation bereits beschrieben. So solle jeder Schotte zu Beginn 250 ScotPound bekommen. Die neue Währung solle vor allem über eine Mobiltelefon-App von einem Konto zum nächsten transferiert werden, wenn man damit Produkte kaufe oder Services bezahle. Wer das nicht über das Handy erledigen wolle, der könne stattdessen eine Stimmenerkennungstechnologie nutzen, um ScotPound zu überweisen.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Das Projekt würde das Verständnis der Menschen, wie Geld funktioniere, erhöhen, argumentiert die Denkfabrik. Und noch ein weiterer Vorteil käme hinzu: Schottland könnte sich als weltweit führend in Sachen Finanzinnovationen darstellen.

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