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06.01.2014

06:59 Uhr

Virtuelles Geld

Bitcoins kosten wieder mehr als 1000 Dollar

Die Online-Spiele-Firma Zynga will bald Bitcoins akzeptieren. Durch die Mitteilung ist der Kurs der virtuellen Währung im Internet wieder in die Höhe geschossen.

Banking ohne Banken

Wie Bitcoins funktionieren

Banking ohne Banken: Wie Bitcoins funktionieren

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Die elektronische Währung Bitcoin hat am Sonntagabend wieder kräftig zugelegt und die 1000-Dollar-Marke übersprungen. Am Mittag gegen 12 Uhr lag der Kurs noch bei rund 916 Dollar, doch nur ein paar Stunden später, gegen 15 Uhr, stieg der Wert steil an - kurz nachdem das US-amerikanische Unternehmen Zynga erklärt hatte, es werde die virtuelle Währung als Zahlungsmittel für seine Online-Browser-Games akzeptieren.

Am Montag kosteten Bitcoins gegen 6.45 Uhr 1040 Dollar oder 684 Euro. Diese Daten veröffentlichte die Internetseite www.bitcoins.de. Im November 2013 hatte der Bitcoin-Kurs bereits einen Rekord von 1.238 Dollar erreicht, doch stürzte er kurz darauf auf 640 Dollar ab.

Chinas Zentralbank hatte vor der Internetwährung gewarnt und den Finanzinstituten des Landes den Handel verboten - insbesondere wegen des Potenzials, Bitcoins könnten zur Geldwäsche missbraucht werden. Nach und nach erholte sich aber der Kurs, da immer mehr Unternehmen ankündigten, die virtuelle Währung als Zahlungsmittel zu benutzen.

Mit Bitcoins zahlen – so funktioniert es

1. Konto eröffnen

Zunächst lädt der Nutzer den Bitcoin-Client aus dem Netz und installiert ihn auf seinem Computer. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden. Beim ersten Öffnen lädt die Software die gemeinsame Datenbank des Netzwerks herunter – ein Verzeichnis aller Zahlungen im Bitcoin-Netzwerk. Die Datenbank stellt sicher, dass niemand Falschgeld überweisen kann: Sie weist jeden Bitcoin einer Bitcoin-Adresse zu und damit einem Nutzer. Die eigene Bitcoin-Adresse, einen kryptischen Buchstabencode, bekommt der Nutzer automatisch mit dem Installieren der Software. Außerdem speichert die Software eine Datei namens wallet.dat auf dem Computer. Sie enthält kryptografische Schlüssel, mit denen der Nutzer gegenüber dem Bitcoin-Netzwerk ausweist, dass ihm die entsprechende Bitcoin-Adresse gehört.

2. An Bitcoins gelangen

Börsenhandel: Diverse Internetseiten bieten Bitcoins gegen Euro oder andere Währungen an. Dazu muss sich der Nutzer einmalig registrieren und den Geldbetrag etwa per Banküberweisung oder Zahlsysteme wie Dwolla an die Börse senden. Wie an einer Aktienbörse lassen sich dann Bitcoin-Kauforder platzieren. Eine Order, die über dem aktuellen Preisangebot an der Börse liegt, wird sofort erfüllt. Die Börse schickt die Bitcoins schließlich an die Bitcoin-Adresse des Nutzers. Die Börse ist auch der Ort, um Bitcoins wieder in Euro umzuwandeln. 

Bitcoins schürfen: Bitcoin-Nutzer können auch selbst neue Bitcoins errechnen. Dieses sogenannte Mining erfordert leistungsstarke Computer und ist Computer-Laien nicht zu empfehlen.

Bargeld-Eintausch: Privatpersonen bieten Bitcoins gegen Bargeld – Wohnort und Telefonnummern oder E-Mailadressen der Bitcoin-Händler sind auf der Seite Bitcoin local gelistet.

3. Mit Bitcoins bezahlen

Hat jemand Bitcoins an der Börse erworben, so ist die entsprechende Summe in seinem Bitcoin-Client aufgeführt. Um nun einen Geldbetrag zu überweisen, reicht die Angabe der Summe und der Adresse des Empfängers in der Software. Nach etwa zehn Minuten ist das Geld beim Empfänger angekommen. Eine Liste der Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, gibt es hier.

4. Sicherheit

Um dem Verlust der virtuellen Bitcoin-Geldbörse etwa durch Beschädigung der Festplatte vorzubeugen, sollte die wallet.dat-Datei kopiert werden - zum Beispiel auf einen USB-Stick. Da sich Hacker über das Internet Zugriff auf den Computer verschaffen und die Datei stehlen können, sollte sie zudem mit Hilfe eines speziellen Programms verschlüsselt werde. Eine Anleitung dazu gibt es hier.

5. Bitcoins fürs Handy

Wer häufiger mobil ins Internet geht, kann sich inzwischen auch Android-Apps herunterladen. Sie machen das Handy zur Bitcoin-Geldbörse. Zum Bezahlen generiert die Software des Empfängers eine Rechnung in Form eines QR-Codes. Sobald der Sender diesen Code mit der Handykamera einscannt, verschickt die Software via Internet das Geld zur Bitcoin-Adresse des Empfängers. Vorsicht: Die Programme sind noch in der Entwicklung und können fehlerhaft sein. Darum sollten sie allenfalls zur Übertragung kleiner Geldsummen genutzt werden. Für das iPhone gibt es bisher noch keine Bezahl-Apps, aber Programme wie Bitcoin App, die aktuelle Kursverläufe darstellen.

Ein mysteriöser Programmierer hatte Bitcoin 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden. Er wollte eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung schaffen. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet, die maximale Geldmenge ist begrenzt - derzeit auf etwa zwölf Millionen Einheiten. Die Wechselkurse zu echten Währungen schwanken stark.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

06.01.2014, 09:09 Uhr

Ein neutraler Artikel vom Handelsblatt online, ohne falsche Behauptungen zu Bitcoins.

Keine Worte zu angeblicher Blase usw...

Was ist passiert?

Der einzige Fehler den ich gefunden habe:
bitmarket ist schon etwas länger offline und nicht mehr nutzbar.

ocmone

06.01.2014, 14:59 Uhr

Es sind nicht nur die Ankündigungen von Firmen, die den Bitcoin Preis wieder stützen, sondern auch die Chinesen, die inzwischen mithilfe von Mittelsmännern einen legalen Weg gefunden haben, wie sie mit Bitcoin weiter handeln können. Auf der chinesischen Plattform Huobi.com wurden daher in den letzten 24h 200.000 BTC gehandelt (!)

Account gelöscht!

06.01.2014, 17:39 Uhr

"Huobi.com wurden daher in den letzten 24h 200.000 BTC gehandelt (!)"

wer's glaubt.

Wäre nicht das erste Mal, das eine chinesische Börse falsche Umsatzzahlen geliefert hat...

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