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01.11.2011

16:01 Uhr

Volksabstimmung in Griechenland

Euro-Rettung steht auf der Kippe

VonJörg Hackhausen

Die Schuldenkrise eskaliert erneut: Investoren flüchten aus Aktien, Euro und Anleihen der Schuldenstaaten. Merkel und Sarkozy vereinbaren ein Krisentreffen. Eine Ratingagentur fordert: Schützt Europa vor Griechenland.

Aufregung an den Märkten - schon wieder. AFP

Aufregung an den Märkten - schon wieder.

DüsseldorfDie Politik hat lange an einer Illusion festgehalten; der Illusion, sie könne die Schuldenkrise kontrollieren. Nach dem Euro-Gipfel in der vergangenen Woche schien es so, als hätte die Politik die sonst so skeptischen Investoren tatsächlich überzeugt. An den weltweiten Finanzmärkten stiegen die Kurse. Der Schuldenschnitt für Griechenland sollte endlich eine Lösung bringen.

Doch die gute Laune an den Märkten hielt nicht lange an. Sie ist mit einem Schlag dahin, weil der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou angekündigt hat, er wolle sein Volk über die weiterten Sparmaßnahmen abstimmen lassen. Die Mehrheit der Griechen hat es satt, den Gürtel noch enger zu schnallen – und dürfte gegen die Sparpolitik stimmen. Ohne weitere Einsparungen aber könnte der Rettungsplan für den Euro hinfällig sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sind alarmiert und haben ein Krisentreffen vereinbart. Am Mittwoch soll vor dem G20-Gipfel in Cannes über die neue Lage beraten werden.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+ 2,3 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,4 Prozent

Dow Jones

+ 1,4 Prozent

Nikkei

- 2,2 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,2 Prozent

Euro

1,3739 Dollar (+ 0,3 Prozent)

Gold

1.730 Dollar (+ 0,6 Prozent)

Öl (Brent)

110,43 Dollar (+ 1,9 Prozent)

„Es ist schwierig vorherzusagen, was passiert, wenn Griechenland die Pläne ablehnt. Es wäre schlimm genug für die EU im Allgemeinen und die Euro-Zone im Besonderen. Es wäre aber noch viel schlimmer für Griechenland“, sagte Christopher Pissarides, Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger. „Bei einem ‚Nein’ müsste Griechenland sofort Bankrott erklären. Ich sehe nicht, dass Griechenland im Euro bleiben könnte.“

Die Ratingagentur Fitch warnt vor einer Bedrohung für die gesamte Euro-Zone. Sie fordert: Errichtet eine Schutzmauer, damit Griechenland nicht das Währungsgebiet anstecken und destabilisieren kann. Von nun an geht es nicht mehr darum, Griechenland vor der Pleite zu retten, sondern den Rest der Euro-Zone vor Griechenland zu retten.

„Wenn es dieses Referendum geben wird, können wir durchaus davon ausgehen, dass die Griechen das Rettungspaket nicht akzeptieren werden“, sagte Howard Wheeldon, Zinsstratege von BGC Partners in London. „Man könnte daraus schließen, dass das Kartenhaus dann zusammenfällt.“

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An den Finanzmärkten war das Gejammer groß. Der Dax fiel zeitweise um sechs Prozent auf 5.767 Punkte, nachdem er in der vergangenen Woche noch in Richtung 6.500 Punkte marschiert war. Der Eurostoxx gab um 5,7 Prozent auf 2249 Zähler nach. Zu den größten Verlierern zählten Bankaktien - Deutsche Bank und Commerzbank fielen mehr als zehn Prozent.

Auch der Euro-Kurs spiegelte die Gemütslage der Investoren wider. In der vergangenen Woche war der Euro auf 1,42 Dollar gestiegen. Am Dienstag ging es steil abwärts. Der Kurs der europäischen Währung fiel auf 1,3637 Dollar. Auch zum Yen und zum Britischen Pfund verliert der Euro deutlich. „Die Ankündigung von Papandreou war schon ein Schock. Seit ich heute Morgen angefangen habe zu arbeiten, ist ordentlich Druck auf dem Euro“, sagte ein Händler. Die große Sorge sei, dass Griechenland jetzt doch pleite geht.

Kommentare (63)

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Account gelöscht!

01.11.2011, 11:44 Uhr

Murksel und Narkosy sollen halt nach Griechenland fahren und den Papaandreher auf den Knien um Abbitte, ich meine Abnahme der Mittel bitten.

EinBuerger

01.11.2011, 11:52 Uhr

"...die Regierungen der Eurolandstaaten werden weiter - und jetzt vielleicht sogar noch etwas entschlossener - an der Umsetzung der Gipfelbeschlüsse arbeiten.“

Na klar, denn beim zu erwartenden NEIN muß natürlich noch viel mehr Geld her - alternativlos.

Account gelöscht!

01.11.2011, 11:54 Uhr

Das ist das Letzte. Wieso wird ein Volk befragt? Soweit kommt es noch in der Diktatur der Banken.
Völlig abartig, daß das Volk entscheiden darf - schließlich wäre das auch in Deutschland undenkbar!!! Die Reichen - sorry - die Marionetten in den Regierungen sagen an und das Volk hat zu gehorchen. BASTA. All das noch etwas begleitet von den Finanzmärkten.
Das war im Ostblock so - da sagte eine Partei an, und heute sagen die Reichen und Mächtigen an. Das Volk hatte in beiden Fällen die Klappe zu halten und ist zum Gehorsam verurteilt.

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