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18.01.2016

12:41 Uhr

Volkswagen und Dieselgate

US-Investoren bereiten Musterverfahren gegen VW vor

VonPeter Köhler

In Deutschland werden angelsächsische Anleger wohl noch in dieser Woche gegen Volkswagen vor Gericht ziehen. Ein Kapitalanlegermusterverfahren wird gerade vorbereitet, Wolfsburg droht also neuer Ärger.

In Deutschland sind Klagen gegen den Autohersteller geplant. dpa

Volkswagen

In Deutschland sind Klagen gegen den Autohersteller geplant.

FrankfurtAngelsächsische Profi-Anleger werden in Kürze in Deutschland gerichtliche Schritte gegen Volkswagen wegen der Abgas-Manipulationen auf den Weg bringen. Dabei sollen die Forderungen von 66 institutionellen Investoren – hauptsächlich aus den USA und Großbritannien – über ein Kapitalanlegermusterverfahren gebündelt werden. „Die Schadenersatzansprüche belaufen sich auf einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding und Barth am Montag gegen über dem Handelsblatt. Der Antrag auf ein solches Verfahren, das den US-Sammelklagen ähnelt, soll noch in dieser Woche eingereicht werden. Dabei führt ein Anleger, der einen hohen Verlust erlitten hat, stellvertretend für alle übrigen Kläger den Prozess. Um wen es sich dabei handelt, wollte Rechtsanwalt Nieding nicht sagen.

Das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) soll geschädigten Anlegern die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen erleichtern, indem es Musterverfahren wegen falscher, irreführender oder unterlassener öffentlicher Kapitalmarktinformationen ermöglicht. Nachdem die US-Umweltschutzbehörde EPA im vergangenen September Manipulationen der Abgaswerte bei verschiedenen VW-Modellen öffentlich gemacht hatte, erlitten die Aktionäre des zweitgrößten Autobauers der Welt heftige Wertverluste.

Nieding sieht nach eigenen Angaben „sehr gute Erfolgsaussichten“ für Schadenersatzklagen, auch wegen der Einbindung von Kooperationspartnern in Deutschland und den USA. Hierzulande arbeitet Nieding mit der Kölner Kanzlei Müller Seidel Vos zusammen, in den USA mit Robbins Geller Rudman & Dowd.  So erhalte man auch einen guten Einblick in die Informationslage jenseits des Atlantiks, ergänzte Nieding. Er sieht bei VW einen eindeutigen Verstoß gegen die Veröffentlichungspflichten auf der Grundlage des Paragraphen 37 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Darin heißt es: „Unterlässt es der Emittent von Finanzinstrumenten, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, unverzüglich eine Insiderinformation zu veröffentlichen, die ihn unmittelbar betrifft, ist er einem Dritten zum Ersatz des durch die Unterlassung entstandenen Schadens verpflichtet …“. Eine Stellungnahme von VW stand bis zum Montagmittag noch aus.

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