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07.12.2011

14:52 Uhr

Vor EU-Gipfel

Anleger hoffen auf den Durchbruch

Gespannt erwarten Anleger an den Devisenmärkten den morgigen EU-Gipfel. Sie hoffen auf einen Durchbruch zur Rettung des Euro. Doch Politiker dämpfen die Erwartungen und schüren damit düstere Vorahnungen.

Das Euro-Logo vor der EZB in Frankfurt: Zinsentscheidung rückt näher. Reuters

Das Euro-Logo vor der EZB in Frankfurt: Zinsentscheidung rückt näher.

FrankfurtVor dem EU-Gipfeltreffen und dem Zinsentscheid der EZB haben sich Euro-Anleger am Mittwoch zurückgehalten. Belastend auf die Gemeinschaftswährung wirkten sich vor allem Aussagen eines deutschen Regierungsvertreters aus, der sich pessimistisch zu den Erfolgsaussichten des Gipfels der Europäischen Union am Donnerstag und Freitag geäußert hatte. Der Euro notierte am Mittag bei 1,3373 Dollar nach 1,34 Dollar am Vorabend in New York.

„Aus den vielen Gesprächen der letzten Tage und Wochen haben wir den Eindruck, dass eine Reihe von Akteuren den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben“, sagte der Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bundesregierung sei pessimistischer, ob eine Einigung beim EU-Gipfel gelingen werde.

Solche Aussagen öffneten einigen Börsianern die Augen, sagte Neil Mellor, Währungsstratege bei Bank of New York Mellon. „Der Markt hat die Kommentare sehr düster interpretiert, nachdem sich gerade etwas Optimismus aufgebaut hatte.“

Der Euro hielt sich aber über dem Mittwochs-Tagestief von 1,3334 Dollar. Währungsstrategen zufolge werden sich Anleger vor den beiden wichtigen Terminen nicht weit aus dem Fenster lehnen und deshalb den Aufbau großer Positionen vermeiden. Vom EU-Gipfel erhoffen sich Investoren den lang erwarteten Durchbruch im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise. Eine Stabilisierung der Währungsunion mit einer strengeren Fiskalpolitik und eine stärkere Rolle der EZB zur Beruhigung der Anleihenmärkte stehen ganz oben auf der Wunschliste der Investoren.

Zudem rechnen viele Experten damit, dass die EZB am Donnerstag ihre Zinsen senken wird, um die Wirtschaft in der Euro-Zone wieder in Gang zu bringen. Auch weitere Instrumente im Kampf gegen die Krise halten viele Beobachter nicht für ausgeschlossen, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi in der Vorwoche entsprechende Andeutungen gemacht hatte. Diese beiden Punkte dürften den Euro am Mittwoch stützen, sagten Analysten. Falls die Ergebnisse des EU-Gipfels enttäuschend ausfallen sollten, rechnen sie allerdings mit einem Abrutschen des Euro in Richtung der Marke von 1,3215 Dollar.

Kaum Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung hatte die Auktion von Bundesanleihen mit fünfjähriger Laufzeit, die auf eine überraschend hohe Nachfrage stieß. Im November hatte eine enttäuschend verlaufene Auktion deutscher Anleihen die Finanzmärkte noch durchgeschüttelt. Der Bund-Future legte um 42 Ticks auf 135,20 Punkte zu. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentierten mit 2,095 Prozent.

Von

rtr

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