Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.11.2012

10:14 Uhr

Vor EZB-Sitzung

Euro bleibt angeschlagen

Mit einer sehr knappen Regierungsmehrheit wurde in Athen das nächste Sparpaket verabschiedet. Zu knapp, entschieden die Anleger, und lassen die Finger vom Euro. Nun warten sie auf die Reaktion der EZB.

Euro-Münzen: In Athen wurde das nächste Sparpaket verabschiedet. Reuters

Euro-Münzen: In Athen wurde das nächste Sparpaket verabschiedet.

FrankfurtDas Ja der griechischen Abgeordneten zu einem neuen Spar- und Reformpaket hat Anleger an den Devisenmärkten am Mittwoch kalt gelassen. Der Euro notierte mit 1,2756 Dollar leicht unter seinem New Yorker Vortagesschluss von 1,2771 Dollar.

153 der insgesamt 300 Parlamentarier in Athen stimmten in der Nacht für die Pläne, die milliardenschwere Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sowie eine Aufweichung des Kündigungsschutzes vorsehen. Damit soll der Weg freigemacht werden für die nächste Hilfstranche von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Höhe von 31,5 Milliarden Euro. Ohne diese stünde das Land vor der Staatspleite.

Für Commerzbank-Analystin Antje Praefcke hatte die Nachricht einen Wermutstropfen: Das Ja sei nur mit einer sehr knappen Mehrheit zustande gekommen, schrieb sie in einem Kommentar. Das sei auch für die Regierungskoalition kein gutes Zeichen.

Neben Griechenland steht auch die Ratssitzung der EZB im Fokus der Anleger. "Vor dem Hintergrund enttäuschender Konjunkturzahlen bleibt abzuwarten, wie die Europäische Zentralbank reagieren wird," schrieben die Helaba-Experten Viola Julien und Ulrich Wortberg. Nach den jüngsten Äußerungen von Präsident Mario Draghi seien die Erwartungen an eine mögliche Leitzinssenkung gestiegen.

Am Mittwoch hatte Draghi in Frankfurt gesagt, die Ausläufer der Euro-Krise hätten nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht. Die Analysten gehen zwar davon aus, dass der Leitzins heute bei 0,75 Prozent bleiben wird. Für die Zukunft schlossen sie eine Senkung aber nicht aus.
Am Rentenmarkt hielten sich die Anleger zurück: Der Bund-Future notierte nahezu unverändert bei 142,78 Punkten.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Carlovitch

08.11.2012, 12:34 Uhr

Tatsächlich vor Gericht müssten viele! 1. Anklage: Grobe Fahrlässigkeit.

Account gelöscht!

09.11.2012, 23:48 Uhr

Ihr Kleingläubigen, verzagt nicht die Sonne wird wieder über der Eurozone scheinen.

So, oder so ähnlich würde ich von der Kanzel sprechen - währe ich ein Prediger.
Bin ich aber nicht, ich bin Realist. Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Euro-Dorf getrieben. Mit dem Ergebnis, Medien, Anleger und Otto Normalverbraucher werden kopflos und verrückt gemacht. Frage: Seit wann entscheiden Politiker, was in der Wirtschaft abgeht? Wedelt etwa der Schwanz mit dem Hund oder umgekehrt. In den Finanzetagen der global agierenden Firmen lacht man sich über uns kaputt. Hier geht es ausschließlich um Rendite und Standortvorteile. Nicht ob die Südländer in der Eurozone bleiben oder Deutschland aus der Eurozone austritt. Den Lobbyisten sei Dank. In ein paar Jahren werden sich die üblichen Experten vor Lachen auf die Schenkel klopfen und behaupten – haben wir doch schon immer vorhergesagt.

Also entspannt euch und haltet die Füße still, wir sprechen uns in zwei Jahren wieder.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×