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19.06.2013

18:43 Uhr

Vor Fed-Entscheid

Devisenhandel hält den Atem an

Der Euro notiert am Mittwoch stabil bei 1,3390 Dollar. Insgesamt ist an den Devisenmärkten wenig Bewegung, da die US-Notenbank Fed über ihre Geldpolitik entscheidet. Analysten rechnen damit, dass der Euro weiter zulegt.

Euromünzen auf Dollarnoten: Die Gemeinschaftswährung hat leicht zugelegt. dpa

Euromünzen auf Dollarnoten: Die Gemeinschaftswährung hat leicht zugelegt.

Frankfurt/SydneyDer Euro hat am Mittwoch vor einem mit Spannung erwarteten Großereignis auf der Stelle getreten. Am Abend wird die amerikanische Notenbank ihre neuen Entscheidungen bekanntgeben. Fed-Chef Ben Bernanke wird zudem vor die Presse treten. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3390 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3406 (Dienstag: 1,3374) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7459 (0,7477) Euro.

Seit Wochen fiebern die Anleger auf den heutigen Mittwoch hin. Bereits seit Dienstag berät der Offenmarktausschusses der US-Notenbank über den künftigen geldpolitischen Kurs. Am Abend wird die Federal Reserve ihre Erklärung und neue Prognosen zu Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt veröffentlichen. Weil ranghohe Fed-Mitglieder seit Monaten über eine Reduzierung der milliardenschweren Anleihekäufe diskutieren, erhoffen sich Beobachter konkrete Aussagen zu Zeitpunkt und Ausmaß der Reduzierung. Derartige Hoffnungen könnten aber enttäuscht werden, dämpften viele Beobachter die hohen Erwartungen.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Notenbankchef Bernanke hatte Ende Mai mit einzelnen Äußerungen für große Verunsicherung gesorgt. Seit seiner Aussage, die Fed könnte die Anleihekäufe im laufe der kommenden Monate verringern, haben massive Bewegungen an den weltweiten Finanzmärkten eingesetzt. Insbesondere die Börsen und Währungen vieler Schwellenländer stehen unter massivem Druck. Denn Investoren fahren wegen des drohenden Entzugs billigen Zentralbankgeldes ihre dortigen Engagements zurück.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85580 (0,85620) britische Pfund, 127,44 (127,55) japanische Yen und 1,2326 (1,2315) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1372,75 (1366,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 32 260,00 (32 550,00) Euro.


Von

rtr

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