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09.09.2014

15:28 Uhr

Währung fällt und fällt

Wer profitiert vom schwachen Euro?

Vor allem Frankreich appellierte jahrelang: Drückt den Eurokurs, damit es unsere Wirtschaft leichter hat. Nun schreibt sich die EZB tatsächlich die Schwächung der Währung auf ihre Fahnen. Geht das Rezept auf?

Der Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten. dpa

Der Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten.

BerlinDer Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten. Beim aktuellen Stand von weniger als 1,29 Dollar macht der Kursverlust im Vergleich zum Jahreshoch von gut 1,39 Dollar schon mehr als sieben Prozent aus. Auch zu anderen wichtigen Währungen lässt der Euro nach - sogar im Vergleich zum seinerseits schwächelnden britischen Pfund. Den Eurokurs zu drücken ist mittlerweile ein erklärtes Ziel der Europäischen Zentralbank, wie Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny betont hat.

Ein bemerkenswerter Kurswechsel der Währungshüter, deren Devise jahrelang lautete: „Ein Euro ist ein Euro“. Zentrales Ziel war die Bekämpfung der Inflation, Wechselkurspolitik stand nicht auf dem Programm. Doch Inflation ist für Jahre nicht in Sicht – im Gegenteil: Es droht eine Deflation, eine gefährliche Spirale aus Preisverfall und schrumpfender Wirtschaft, die mit allen Mitteln verhindert werden soll – eben auch mit der Schwächung der eigenen Währung.

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

Für Sparer ist der Wechselkurs kaum von Bedeutung, für sie zählen in erster Linie die Zinsen. Doch wem nützt der Kursverlust der Gemeinschaftswährung, wie kann das der Wirtschaft helfen – und gibt es auch Verlierer?

Kommentare (12)

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Herr richard roehl

09.09.2014, 16:35 Uhr

Was für ein schwacher Artikel. Als wenn nur Autofahrer und Touristen etwas verlören. Sämtliche Importe, die zudem meist auch nicht substituierbar sind, aus Nicht-Euroländern verteuern sich, also zunächst mal Energie und Rohstoffe, aber auch Konsumprodukte wie z.B. Elektronik wie Smartphones aus Korea oden den USA. Also der Endverbraucher ist immer der Dumme

Herr Michael Rensler

09.09.2014, 17:08 Uhr

Würde ich so nicht stehen lassen, als Endverbraucher bin ich eher froh wenn meine Arbeit ein Abnehmer findet. Die Entwicklung zum Rubel oder WON ist auch nicht schlecht, also Rohstoffe und Smartphones sind nicht teurer geworden.
2006 gab es 1200 WON heute fast 1400.
Der Euro steht meiner Meinung nach international an einer guten Position. Der Kurs scheint mir besser als die Politik zu sein :).

Account gelöscht!

09.09.2014, 17:20 Uhr

Eine Euro-Wechselkursschwächung wird den Südländern am Ende auch nicht wirklich helfen, wenn sie weiterhin keine innovativen und wettbewerbsfähigen Produkte im Angebot haben.
Denn im relativen Vergleich zu Deutschland, dem größten Konkurrenten, ändert sich nämlich nichts, denn auch die besseren und innovativeren deutschen Produkte werden am Weltmarkt entsprechend billiger. Und das ist ja genau das Problem der Einheitswährung EUR. Man kann nicht mehr gegenüber Deutschland abwerten.

Es zeigt einmal mehr, wir werden von volkswirtschaftlichen Dilettanten regiert.

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