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25.01.2012

15:10 Uhr

Währung

Griechische Hängepartie belastet Euro

Die stockenden Schuldenschnitt-Gespräche in Griechenland lassen die Märkte weiter bangen. Der Euro rutscht unter 1,30 Dollar.

Die Wirtschaft wittert wieder neues Geld der Konsumenten. dpa

Die Wirtschaft wittert wieder neues Geld der Konsumenten.

FrankfurtDie sich immer länger hinziehenden Verhandlungen um einen Schuldenschnitt Griechenlands haben den Euro am Mittwoch belastet. Ungeachtet des überraschend gut ausgefallenen deutschen Ifo-Index sackte die Gemeinschaftswährung auf 1,2945 Dollar nach 1,3031 Dollar in New York ab. „Anfang der Woche hatte man noch gedacht, dass es bald konkrete Beschlüsse in Bezug auf Griechenland gibt“, sagte Währungsstratege Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler. „Jetzt bekommt man immer mehr mit, dass die Griechen nicht auf Kurs sind.“ Knackpunkt ist weiterhin die Frage, welche Zinsen die privaten Gläubiger bei griechischen Anleihen nach einem Schuldenschnitt erhalten sollen.

Belastend wirkte sich zudem der Streit um eine mögliche Beteiligung öffentlicher Gläubiger an einem Forderungsverzicht gegenüber Griechenland aus. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hatte einen solchen Schritt ins Spiel gebracht. Das Bundesfinanzministerium wies die Forderung zurück. „Man erkennt in dieser Diskussion, dass das, was bisher angedacht ist, nicht ausreicht“, sagte Metzler-Stratege Sachs. Einige Investoren sorgten sich zudem, dass die Europäische Zentralbank (EZB) durch einen Forderungsverzicht ihre griechischen Anleihen teilweise abschreiben müsste. Analysten und Händler schätzen, dass die EZB insgesamt rund 40 Milliarden Euro an griechischen Bonds gekauft hat.

Die Unsicherheit trieb Anleger einmal mehr in Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit, deren Renditen auf 1,965 Prozent zurückgingen. Der Bund-Future legte um 46 Ticks auf 137,76 Punkte zu. Dass der Ifo-Geschäftsklimaindex den dritten Monat in Folge stieg, ließ Anleger am Devisen-, Renten- und Aktienmarkt dagegen unbeeindruckt.Am Devisenmarkt richteten die Anleger zudem ihr Augenmerk verstärkt auf die USA. Dort will sich die Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend (MEZ) erstmals in ihrer Geschichte zu ihrer längerfristigen Zinspolitik äußern. Sollte die Fed signalisieren, dass sie ihre Zinsen länger als angenommen auf dem aktuell niedrigen Niveau belässt, könnte der Dollar unter Druck geraten, weil für Anleger dann Investitionen in anderen Währungen lukrativer sind. Analysten rechnen bisher damit, dass die Notenbank nicht vor der ersten Jahreshälfte 2014 an der Zinsschraube dreht. Die US-Devise tendierte am Mittwoch gegenüber einem Korb anderer Währungen 0,4 Prozent höher.

Die Dollar-Stärke machte sich nicht nur beim Euro, sondern auch beim Yen bemerkbar. Die japanische Währung fiel mit 78,24 Yen auf ein Ein-Monatstief. Das ostasiatische Land hatte für 2011 sein erstes Handelsdefizit seit 1980 vermeldet. Analysten rechnen aber nicht damit, dass die Yen-Schwäche länger anhält. Vielmehr handele es sich auch um eine Korrektur, nachdem sich die Währung 2011 so stark präsentiert habe, sagte Devisenanalyst Lee Hardman von der Bank Tokyo Mitsubishi UFJ.

Von

rtr

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