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03.10.2012

15:19 Uhr

Währung

Spaniens Zaudern belastet den Euro

Der Euro ist am Mittwoch unter Druck geraten. Grund: Spanien will sich mit seiner Entscheidung über weitere Rettungshilfen offenbar noch etwas Zeit lassen. D ie Renditen spanischer Anleihen zogen leicht an.

Zur Stützung des kriselnden Bankensektors hat Spanien Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt bekommen. dpa

Zur Stützung des kriselnden Bankensektors hat Spanien Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt bekommen.

FrankfurtDie Spekulationen um das Ob und Wann eines umfassenden Hilfsantrags durch Spanien bei den Euro-Partnern hat dem Euro am Mittwoch erneut zu schaffen gemacht. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte am Dienstagabend einen Reuters-Bericht dementiert, wonach ein Antrag auf weitere Hilfen schon am Wochenende gestellt werden könnte.
Spanien werde kaum darum herumkommen, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, betonte Commerzbank-Devisenstratege Peter Kinsella. Damit würde Spanien die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) erfüllen, mit der die hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen gedrückt werden sollen. Bislang hat das Land lediglich Gelder für seinen maroden Bankensektor beantragt.
Börsianer werteten den in der Vorwoche vorgelegten Spar-Haushalt als Vorbereitung für einen umfassenden Hilfsantrag, weil darin schon viele potenzielle Auflagen erfüllt seien. "Rajoy hat Reformschritte eingeleitet, so dass er jederzeit um Hilfe bitten kann", sagte Seiya Nakajima, Chef-Volkswirt der Itochu Corp. "Das sollte Spekulanten davon abhalten, den Euro allzu aggressiv zu verkaufen."
Auch der Handel mit spanischen Anleihen blieb ruhig. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihe zog auf 5,784 Prozent an, nach 5,766 Prozent am Vortag.
Die besser als erwartet ausgefallenen US-Beschäftigungszahlen der privaten Arbeitsagentur ADP schoben den Euro am Nachmittag nur kurzzeitig an. Er verteuerte sich unmittelbar nach den Zahlen auf 1,2916 Dollar, fiel dann aber wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,29 Dollar. Der Bund-Future notierte nach einem kurzen Durchhänger 31 Ticks fester bei 141,76 Punkten.
Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge schufen die US-Unternehmen im September 162.000 neue Stellen. Analysten hatten mit einem Plus von 143.000 gerechnet. Es sei schwer abzuschätzen, was diese Zahlen für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht bedeuteten, sagte Nomura-Chefökonom David Resler. Schließlich gebe es häufig deutliche Unterschiede. Von Reuters befragte Analysten sagten voraus, dass das US-Arbeitsministerium am Freitag eine Beschleunigung des Beschäftigungsaufbaus bekanntgeben wird. Sie erwarten 113.000 (Vormonat: 96.000) neue Jobs.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

03.10.2012, 10:25 Uhr

Jetzt tut mir der Euro doch tatsächlich mal leid, lol

Wenn Kredite hinterher tragen den Euro retten soll, dann müßte man doch gleich Pipelines mit Scheinen legen.
Nur essen kann man diese dann immer noch nicht.
Da kann man als gelernter Kaufmann, ja auch als ökonomisch denkende Hausfrau, doch nur noch den Kopf schütteln.

Account gelöscht!

03.10.2012, 10:45 Uhr

Spanien wird abwarten, ob die Griechen mit ihrer Abzockerei mal wieder durchkommen, d.h. viel versprechen, nichts einhalten und trotzdem Milliarden kassieren. Troika Bericht wird zwar gemacht, aber dann frisiert, sodaß Merkel den deutschen Ausverkauf in Honneckers Sinn weiter betreiben kann. Sieht Spanien, daß es bei den Griechen mit dem Betrug klappt, dann will Spanien auch zig Milliarden haben, aber, bitte schön, ohne irgendwelche Auflagen!
Druckmaschinen können ja soviel neugedruckte Scheine auswerfen, wie gewünscht, auch wenn der Euro dann immer weniger wert sein wird. Kümmert unsere Politiker einen Dreck, wenn nur die Reichen gut überleben und ab dem Mittelstand die Bevölkerung vor die Hunde geht.
Hatten uns schon mit der Aufnahme und Dauerfinanzierung der DDR eine immense Laus in den deutschen Pelz gesetzt, die uns immer noch aussaugt. Nun eben noch Griechen und Spanier usw.! Die Pleitepest durch diese Läuse wird kommen.

Rainer_J

03.10.2012, 10:46 Uhr

Spanien will Geld für sich und seine Banken ohne Auflagen. Offenbar hat Spanien es nicht nötig Reformen zu versprechen, die sie später nicht einhalten werden, wie Griechenland.

Sie wollen direkt Kohle ohne falsche Versprechen. Ansonsten platzt der Euro. Reine Erpressung der Euromantiker.

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