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19.04.2011

17:02 Uhr

Währungen

Der Euro steigt wieder

Der griechische Schuldenberg verunsichert die Investoren - der Euro kann trotzdem etwas von den deutlichen Vortagesverlusten aufholen.

FrankfurtDie am Devisenmarkt erwartete Umschuldung Griechenlands schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über dem Euro. Zwar erholte sich die Gemeinschaftswährung am Dienstag und notierte am Nachmittag mit 1,4315 Dollar deutlich fester als am Vortag. Mit den anhaltenden negativen Nachrichten werde es kurzfristig aber zu weiteren Verkäufen des Euro kommen, prognostizierten die Analysten von BNP Paribas.

Nach Einschätzung von Commerzbank-Devisenanalyst Lutz Karpowitz geht unter Anlegern die Sorge um, dass es für die Schuldenproblematik keine langfristige Lösung gibt. „Die Schuldenkrise in Europa ist wieder im Fokus der Märkte“, sagte Karpowitz. Schon am Dienstag gab die Gemeinschaftswährung zeitweise einen Teil ihrer Gewinne ab, nachdem ein Berater des Bundesfinanzministeriums gegenüber Reuters eine Umschuldung Griechenlands als unumgänglich bezeichnete. „Man muss die Realitäten anerkennen, ich rechne mit einem Schuldenschnitt“, sagte der Finanzwissenschaftler Clemens Fuest. Der hohe Schuldendienst mache Griechenland kaputt.

Unterstützung erhielt der Euro dagegen von guten Daten aus der Privatwirtschaft, denen zufolge im April die Firmen in der Euro-Zone so viele neue Mitarbeiter einstellten wie seit Ende 2007 nicht mehr. Allerdings konzentrierte sich das Wachstum dem Datenanbieter Markit zufolge auf Deutschland und Frankreich. Zugleich nahm der Preisdruck zu, der so stark ausfiel wie seit drei Jahren nicht mehr. Im Kampf gegen die Inflation hatte die EZB Anfang April erstmals seit Juli 2008 wieder den Leitzins angehoben und damit den Eurokurs kräftig angekurbelt.

Der Dollar-Index gab um 0,4 Prozent nach. Analysten zeigten sich erstaunt, dass der Warnschuss von S&P in Richtung USA keine größeren Verkäufe der US-Währung durch ausländische Investoren ausgelöst hat. Die Ratingagentur hatte am Montag erklärt, die Bestnote „AAA“ für die Kreditwürdigkeit der USA auf den Prüfstand zu stellen.    

Gewinnmitnahmen drückten den Bund-Future um 39 Ticks auf 122,07 Punkte, nachdem er zu Wochenbeginn infolge der sich verschärfenden Diskussionen um die Schuldenberge in den USA und Teilen der Euro-Zone um mehr als einen Punkt gestiegen war. Die Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten mit 3,290 Prozent.  

Nach Einschätzung von Wissenschaftler Fuest wird Deutschland langfristig davon profitieren, dass die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik höher eingeschätzt wird als die der USA. „Deutschland ist der Gewinner, weil es eine Stabilitätsdividende bekommt“, sagte Fuest. „Die Zinskosten werden dadurch gedrückt.“ Wenig Auswirkungen am Markt hatte die Auktion griechischer Anleihen. Bei dem Verkauf der Papiere mit dreimonatiger Laufzeit konnte das hoch verschuldete Euro-Land mehr als 1,6 Milliarden Euro einnehmen. Gegenüber der Auktion im Februar stieg die Rendite um 25 Basispunkte auf 4,1 Prozent.

Kommentare (1)

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SchrottEuro

20.04.2011, 08:24 Uhr

Blabla.....
Der Euro fällt auch wieder - sehr tief sogar.
Mit etwas glück geht diese korrupte, verlogen Währung bald über den Jordan und dieses EU - Konstrukt dazu....

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