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09.05.2014

11:11 Uhr

Währungen

Deutsche Bank nicht mehr weltgrößter Devisenhändler

Die Deutsche Bank war neun Jahre lang der weltgrößte Devisenhändler – das ist nun vorbei. Die Citigroup hat die Deutsche Bank in diesem Jahr hinter sich gelassen. Doch der Titel hat ohnehin an Glanz verloren.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Nur wenige Banken beherrschen den Devisenhandel. Reuters

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Nur wenige Banken beherrschen den Devisenhandel.

Nach neun Jahren als weltgrößter Devisenhändler ist die Deutsche Bank vom Thron gestoßen worden. Wie aus einer Umfrage von Euromoney Institutional Investor hervorgeht, hat Citigroup dieses Jahr die Nase vorne.

Citigroup, 2002 zuletzt auf dem ersten Platz, kam 2014 auf einen Marktanteil von 16,04 Prozent und schlug damit die 15,67 Prozent der Deutschen Bank. Die geringe Volatilität drückte den Euro-Handel. 2013 lag die größte deutsche Bank noch 0,28 Prozentpunkte vor Citigroup aus den USA. Die britische Barclays kam 2014 auf den dritten Platz mit einem Marktanteil von 10,91 Prozent.

Am Devisenmarkt werden täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt. Die Banken stehen vor sinkenden Erträgen, nachdem die geldpolitischen Anreize der Zentralbanken rund um die Welt viele der Trends, aus denen Händler und Investoren Gewinn schlagen können, ausgeschaltet haben. Das verschärft den Wettbewerb unter den Banken, die immer größere Teile des Handels auf elektronische Plattformen verlagern, um ihre Marktanteile zu vergrößern.

„Wir sind als Bank im Euro groß, und es war nicht hilfreich, dass der Euro in den letzten 18 Monaten nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stand”, sagte Kevin Rodgers, globaler Leiter Devisenhandel bei der Deutschen Bank in London. „Niemals zuvor in meinem Berufsleben war die Volatilität von Währungen über einen längeren Zeitraum so gering. Wie sie wieder in Gang kommen soll - ich weiß es nicht.”

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

In der letzten Aprilwoche ist der Euro mit der geringsten Spanne seit seiner Einführung 1999 gegenüber dem Dollar gehandelt worden. Er bewegte sich lediglich um 0,7 US-Cent zwischen 1,3785 Dollar und 1,3855 Dollar. Die implizite 3-Monats-Volatilität des Währungspaars sank am 2. Mai auf 5,5475 Prozent und war damit so niedrig wie seit 2007 nicht mehr.

Die fünf führenden Banken im Devisenhandel festigen ihren Zugriff auf den Markt, wie die Daten von Euromoney zeigen. Zusammen liegt ihr Marktanteil im Handel bei 61 Prozent, gegenüber 57 Prozent im Jahr 2013. Dabei wurde erstmals seit 2009 die Marke von 60 Prozent überschritten. Barclays, die am Donnerstag ankündigte, sie werde 7000 Stellen im Investmentbankengeschäft streichen, hatte zuvor von einem Gewinnrückgang um 49 Prozent im Handel mit Festverzinslichen, Währungen und Rohstoffen berichtet.

„Im Devisenhandel hatten wir einige Jahre lang mit erbitterter Konkurrenz unter den führenden drei Händlern zu tun”, sagte Mike Bagguley, Leiter Makro-Produkte bei Barclays in London. „So gab es stagnierende Volumina, sehr niedrige Margen und eine sehr geringe Volatilität, was eindeutig den Ertrag beeinträchtigte.” Weiter sagte er: „Es gibt keinen anderen Weg, um in diesem Geschäft eine guten Ertrag für die Bank zu erzielen, als dass man effizient Skaleneffekte liefert.”

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