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07.10.2011

17:32 Uhr

Währungen

Euro hält sich über 1,34 Dollar

Der Euro konnte am Freitag weiter zulegen. Analysten werten das als Entspannungssignale nach der Ankündigung des EZB-Hilfsprogramms. Weitere Kursabstürze könnten dennoch bald folgen.

Kurzzeitig konnte der Euro gegen den Dollar auftrumpfen. dpa

Kurzzeitig konnte der Euro gegen den Dollar auftrumpfen.

FrankfurtDer Euro hat zum Wochenausklang von einer guten Börsenstimmung und überraschend robusten Arbeitsmarktdaten aus den USA profitiert. Am späten Freitagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,3524 Dollar und damit rund einen Cent mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3434 (Donnerstag: 1,3269) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7444 (0,7536) Euro.

Freundliche Aktienmärkte und positive US-Arbeitsmarktzahlen beflügelten den Euro am Nachmittag deutlich: Das Arbeitsministerium meldete für September einen Stellenaufbau von etwas mehr als 100 000 Stellen. Bankvolkswirte hatten im Vorfeld nur die Hälfte dessen erwartet. Zudem wurde der Stellenaufbau für die beiden Vormonate deutlich höher als bislang ausgewiesen. Die Arbeitslosenquote verharrte hingegen auf dem hohen Niveau von 9,1 Prozent.

Händler sprachen von Erleichterung an den Finanzmärkten, nachdem im August sehr schwache Zahlen gar Rezessionsängste ausgelöst hatten. Experten sahen in den Zahlen aber keinen Grund zur Euphorie: So reicht der Stellenzuwachs bei weitem nicht aus, um die hohe Arbeitslosigkeit zu senken. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte in den vergangenen Monaten wiederholt auf die „frustrierend langsame Erholung“ am Arbeitsmarkt verwiesen. Die hohe Arbeitslosigkeit gilt als Hauptgrund für die immer noch hoch expansive Geldpolitik der Fed.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86480 (0,86680) britische Pfund, 103,02 (101,87) japanische Yen und 1,2365 (1,2316) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1652,00 (1635,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38 860,00 (39030,00) Euro.

Die Analysten der Commerzbank warnten allerdings vor überzogenen Erwartungen: „Die Euro-Optimisten sollten sich freuen, solange die Pause im Abwärtstrend anhält, aber den gegenwärtigen Zustand nicht mit einer Trendwende verwechseln.“

Aus der EU-Kommission ist unterdessen in der nächsten Woche mit einem Vorschlag zur Koordination der angestrebten Bankenrekapitalisierung zu rechnen. „Es wäre sinnlos, wenn die Länder hier bilateral oder unilateral handeln, wir brauchen ein europäisches Herangehen“, sagte ein Kommissionssprecher am Freitag in Brüssel.

Auch wenn die Risikofreude angesichts dieser Nachrichten wieder zugenommen habe, bleibe die Lage angespannt, schrieb Chris Turner, Devisen-Analyst bei ING, in einem Kommentar. Wichtig sei, dass die Rekapitalisierungs-Versprechen nun auch tatsächlich umgesetzt würden. Experten gehen davon aus, dass Zweifel an einer umfassenden Lösung für die europäische Finanzkrise Euro-Anleger auch jederzeit wieder zu Gewinnmitnahmen veranlassen könnten. „Das europäische Finanzsystem hat immer noch jede Menge Probleme“, sagte Devisenstratege Greg Gibbs von der RBS. Daher werde der Risiko-Appetit der Anleger in der kommenden Woche sicher wieder nachlassen und den Euro erneut ins Minus drücken.

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