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15.05.2014

10:42 Uhr

Währungen

Euro sackt weiter ab

Investoren erwarten, dass die EZB den Euro schwächen wird – und handeln in vorauseilendem Gehorsam. Seit Tagen befindet sich der Euro auf Talfahrt. Heute reißt die europäische Währung die nächste Marke.

Der Europäische Gemeinschaftswährung tritt auf der Stelle. Ein Grund für Anleger zunächst zu lauern. dpa

Der Europäische Gemeinschaftswährung tritt auf der Stelle. Ein Grund für Anleger zunächst zu lauern.

FrankfurtDer Euro hat am Donnerstag erneut nachgegeben. Der Kurs fiel auf 1,3658 Dollar. Damit setzte die europäische Währung die Talfahrt der vergangenen Tage fort. Vor einer Woche notierte der Euro noch bei fast 1,40 Dollar.

Grund für den Abwärtstrend: Die Investoren handeln in vorauseilendem Gehorsam. Sie erwarten, dass die Europäische Zentralbank schon bald Maßnahmen ergreifen wird, die den Euro schwächen und die Inflation anheizen werden. Noch bevor das passiert, wollen sich die Anleger entsprechend positionieren.

Am Donnerstag vor einer Woche hatte EZB-Chef Mario Draghi angekündigt, dass der Notenbank „unzufrieden“ sei mit den Aussichten für die Konjunktur. Man sei bereit, „beim nächsten Mal zu handeln“, so Draghi.

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

Gestern konkretisierte der Chefvolkswirt der EZB, Peter Praet, welche Aktionen damit gemeint sein könnten. In einem Interview mit der „Zeit“ sprach Praet von Strafgebühren für Banken, die Geld bei ihr parken. Erstmals könnte der Einlagenzins damit negativ werden. „Negative Einlagenzinsen sind ein möglicher Teil einer Kombination von Maßnahmen“, sagte Praet.

Den Einlagenzins bekommen Banken immer dann gutgeschrieben, wenn sie überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken. Er liegt seit November bei null Prozent. Senkt die EZB ihn unter null, würde sie den Banken de facto einen Strafzins aufbrummen, wenn diese Geld bei ihr anlegen. Das Kalkül der Notenbanker: Die Institute sollen wieder mehr Kredite vergeben, weil es sich nicht mehr lohnt, Geld bei der EZB zu halten.

Praet ließ anklingen, dass sich die EZB davon auch eine Schwächung des Euro verspricht. „Im Kontext der sehr niedrigen Inflationsrate im Euro-Raum ist eine Aufwertung auch für die Euro-Zone ein Problem, weil ein stärkerer Euro die Einfuhren verbilligen und die Inflationsrate noch weiter nach unten drücken würde.“

Bundesbank-Chef Jens Weidmann bekräftigte die Bereitschaft, geldpolitische Vorstöße der EZB bei Bedarf zu stützen. Wenn in Bezug auf das Primärziel Geldwertstabilität Handlungsbedarf bestehe, sei auch die Bundesbank nach breiter Analyse natürlich offen, dafür zu handeln, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Konferenz der „Stiftung Familienunternehmen“.

Die EZB entscheidet das nächste Mal am 5. Juni über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Neben negativen Einlagezinsen für Banken steht auch eine Senkung der Leitzinsen im Raum. Der Leitzins könnte von derzeit 0,25 Prozent auf 0,15 oder 0,1 Prozent sinken. Damit würde die EZB den Euro tendenziell für Anleger unattraktiver machen, weil sich Investments in der Euro-Zone dann niedriger verzinsen.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

15.05.2014, 11:09 Uhr

Bundesbank-Chef Jens Weidmann bekräftigte die Bereitschaft, geldpolitische Vorstöße der EZB bei Bedarf zu stützen. Wenn in Bezug auf das Primärziel Geldwertstabilität Handlungsbedarf bestehe, sei auch die Bundesbank nach breiter Analyse natürlich offen, dafür zu handeln, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Konferenz der „Stiftung Familienunternehmen“.

Die EZB entscheidet das nächste Mal am 5. Juni über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Neben negativen Einlagezinsen für Banken steht auch eine Senkung der Leitzinsen im Raum. Der Leitzins könnte von derzeit 0,25 Prozent auf 0,15 oder 0,1 Prozent sinken. Damit würde die EZB den Euro tendenziell für Anleger unattraktiver machen, weil sich Investments in der Euro-Zone dann niedriger verzinsen. "

Ich kann es nicht mehr hören/lesen!
"Die EZB verstößt gegen geltendes EU-REcht. Laut Artikel 123 ist eine Finanzierung des Staatshaushaltes durch die geeinsame Zentralbank, die über den Umweg der Anleihenkäufe der EZB seit Mai 210 faktisch praktiziert wird verboten. Die EZB missachtet jedoch das Verbot der Staatsfinanzierung. Quelle S 250 "Der größte Raubzug der Geschichte."
Doch zum dem Satz: das Geld auf dem Konto zu lassen, folgende Anmerkung:
Die dem Buch "Der größte Raubzug der Geschichte" Seite 312 Urteil Landgericht Berlin Aktenzeichen 10 O 360/09: "Das Urteil schwächt die Rechte der Kunden auf Schadenersatz aus dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken immens. Die Richter wieen eine Klage mit der Begründung ab, es bestehe für Bankkunden grundsätzlich kein Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Einlagensicherungsfonds."

Seite 250, EZB- eine Zentralbank die nicht mehr unabhängig ist."Unglaublicherweise akzeptiert die ZB seit Mai 2010 griechische Staatsanleihen als "Sicherheit" - Papiere, die von Ratingagenturen als "Ramsch" bewertet werden. ... SEit Mai 2010 exsistiert somit ein Freifahrtschein der EZB für alle Defizitsünder. . Somit durcht die EZB faktisch Geld ... "

Alles Wahnsinn. Ausverkauf

Account gelöscht!

15.05.2014, 11:38 Uhr

Der Witz ist, dass gerade eine starke Währung den schwächeren der Gesellschaft zugute kommt, weil dadurch Energiekosten, Mobilitität und viele Produkte günstiger werden.

Eine Schwachwährung ist dagegen eine Subvention für Schuldner, wobei hier anzumerken ist, dass die richtig großen Schuldner unterm Strich meist gar nicht so arm sind, sondern mit dem aufgenommenen Kapital Werte geschaffen haben, die ihren Wert auch dann behalten, wenn die Schuld an Wert verliert .

Account gelöscht!

15.05.2014, 12:04 Uhr


Was wären die Finanzmärkte ohne die EZB? Sie sind darauf angewiesen, das immer neue Mittel zur Verfügung gestellt werden damit die Kurse weiter steigen und das billige Geld was sich Banken leihen, maximale Gewinne abwirft.
Der hohe Euro war schlecht für einige Aktien.
Das ist es was zählt und nichts mehr anderes. Der dumme ist der Sparer. Aber die Menschen können oder wollen es nicht verstehen, die meisten wissen eher wer im Dschungelcamp ist, als was hier in Deutschland passiert.
Am Ende zahlen wir alle, denn es wird ja bei jeder Notenbanksitzung noch mehr erwartet, damit die Umverteilung von unten nach oben weiter geht. Viel geht sicher nicht mehr. Aber es ist im Augenblick wohl der mächtigste Mann. Wir zahlen sicher auch am Ende den Schrott der AKW. Irgendwie vernichten wir uns selbst, oder doch die Politiker? Hauptsache irgendwer finanziert unsere Eliten.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/boerse-frankfurt-dax-erklimmt-neues-rekordhoch/9895462.html

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