Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2013

18:29 Uhr

Währungen in Vergleich

Schweizer Franken fällt zu Euro auf Zweijahrestief

Sorgen wegen einer möglichen Einführung von Negativzinsen in der Schweiz haben den Franken zum Euro auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gedrückt. Der Euro erreichte den höchsten Stand seit Mai 2011.

Euro und Schweizer Franken im Vergleich: Letzterer fällt zum Euro auf Zweijahrestief. dpa

Euro und Schweizer Franken im Vergleich: Letzterer fällt zum Euro auf Zweijahrestief.

ZürichDer Euro stieg am Mittwoch bis auf 1,2614 Franken und erreichte den höchsten Stand seit dem 20. Mai 2011. In Bewegung setzte den Kurs eine Rede des Schweizer Nationalbankpräsidenten Thomas Jordan. Jordan sagte in Frankfurt, die SNB schließe eine Änderung ihres seit 2011 geltenden Mindestkursziels für den Euro-Wechselkurs zum Franken nicht aus. „Eine Anpassung des Mindestkurses gehört genauso wie negative Zinsen zu den grundsätzlichen Möglichkeiten, wenn das notwendig ist“, sagte Jordan. Derzeit seien dies aber keine Optionen.

Jordans Rede traf auf einen Markt, der nach Einschätzung des Volkswirts Peter Rosenstreich von der Bank Swissquote bereits durch einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Vortag sensibilisiert war. Ein Teil der IWF-Direktoren empfahl der Schweiz, Negativzinsen auf die bei der Zentralbank geparkte Überschuss-Liquidität der Banken zu erheben, falls sich der Aufwertungsdruck auf die Schweizer Währung wieder verstärken sollte.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die Überschussliquidität, die sogenannten Girogutgaben, belief sich zuletzt auf 278 Milliarden Franken. Gesetzlich vorgeschrieben sind gut 13 Milliarden Franken.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.05.2013, 19:13 Uhr

LOL na dann kan man ja die Anpassung an den Euro wieder aufheben? Wie siehts denn dann aus lieber Euro???

Account gelöscht!

22.05.2013, 22:41 Uhr

Och bitte, nicht schon wieder. Fakt ist, das es den Schweizern deutlich besser geht als den Deutschen. Dieses Bashing gegen halbwegs unabhängige Staaten zu Gunsten des Euros ist einfach unerträglich!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×