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31.10.2011

09:41 Uhr

Währungen

Japan schwächt den Yen, Dollar steigt

Der starke Yen wird zur Belastung für die japanischen Exporte. Darum greift Japan erneut und schwächt die Währung. Der Dollar legt gegen Yen und Euro zu.

Der Wert des Yen macht der japanischen Exportwirtschaft zu schaffen. dpa

Der Wert des Yen macht der japanischen Exportwirtschaft zu schaffen.

Tokio/New YorkJapan hat zum dritten Mal in diesem Jahr am Devisenmarkt interveniert, um den jüngsten Höhenflug des Yen zu bremsen. Die Regierung will damit Gefahren für die exportorientierte Wirtschaft abwehren und gegen
Spekulanten vorgehen, wie Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag klarmachte. Er werde die internationalen Devisenmärkte weiter genau im Auge behalten, sagte Noda im Parlament. Zentralbankchef Masaaki Shirakawa hofft stark, „dass der Eingriff zu Stabilität auf dem Währungsmarkt führt.“

Der Yen hatte zuvor im asiatischen Handel ein Rekordhoch von 75,31 Yen zum Dollar erreicht. Binnen Minuten fiel er rasant zurück und verbilligte sich im Vergleich zum Dollar auf rund 79,50 Dollar - der tiefste Stand seit drei Monaten. Für den Dollar ist es der größte Tagesgewinn seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

„Die jüngsten Anstiege des Yen können als Beispiel dafür genommen werden, wie die Schuldenprobleme Europas Japan treffen, indem sie die Risikoscheu der weltweiten Investoren stärken“, sagte Notenbankchef Shirakawa bei einer Rede in Osaka. „Unter diesen Umständen hat das Finanzministerium heute in den Währungsmarkt eingegriffen.“

Finanzminister Jun Azumi begründete den Schritt damit, dass die Stärke der Landeswährung die wirtschaftliche Erholung Japans bedrohe. Azumi bezeichnete die Intervention als Alleingang, Japan sei aber im steten Kontakt mit seinen internationalen Partnern. Der Minister hatte die Finanzmärke wiederholt auf die Intervention vorbereitet. Die Intervention beflügelte die Aktienmärkte in Tokio nur vorübergehend. Der Nikkei schloss 0,7 Prozent niedriger bei 8,988 Punkten.

Nomura-Devisenstratege Yunosuke Ikeda lobte das Timing der Intervention. Den Daten der US-Börsenaufsicht CFTC zufolge hatten spekulativ orientierte Investoren so stark auf weiter steigende Yen-Kurse gewettet wie schon seit Monaten nicht mehr. „Dies war voraussichtlich eine einmalige Maßnahme, aber die Regierung will die Yen-Stärke stoppen, die nicht mehr im Einklang mit den sich langsam verbessernden Aussichten der Weltwirtschaft steht“, fügte Ikeda hinzu.

Der Kurssprung zum Yen gab dem Dollar auch im Vergleich zu anderen Währungen Auftrieb. Der Euro fiel auf 1,4005 Dollar und lag damit rund 1,5 US-Cent unter dem New Yorker Freitagsschluss. Der Dollar-Index gewann bis zu 1,7 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

31.10.2011, 08:41 Uhr

Nicht nur die FED kann die Waehrung manipulieren... Aber mal ehrlich - Japan hat genug unter der Gelddruckmaschine der FED und EZB gelitten.

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