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04.05.2017

15:42 Uhr

Währungen

Warum der Dollar schwächelt

VonMatthias Streit

Trump will keinen starken Dollar. Siehe da: Es gelingt. Doch das liegt weniger am Erfolg als vielmehr am Nicht-Erfolg des US-Präsidenten. Die wenigsten Analysten rechnen noch mit einem Euro-Dollar-Kurs von eins zu eins.

Einen Wechselkurs von einem Euro für einen Dollar hat es zuletzt 2002 gegeben, dem Jahr, in dem der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde. Reuters

US-Währung im Fokus

Einen Wechselkurs von einem Euro für einen Dollar hat es zuletzt 2002 gegeben, dem Jahr, in dem der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde.

FrankfurtDie Bilanz des US-Dollar der vergangenen Wochen fällt mau aus. Die US-Währung schwächelt. Der Dollar-Index, der die amerikanische mit den zehn nächstgroßen Währungen vergleicht, ist seit Ende Dezember um knapp vier Prozent gefallen. Und das umsatzträchtigste Währungspaar der Welt, Euro-Dollar, steht kurz vor einer Rückkehr zu einem Kurs von 1,10 Dollar je Euro, statt der vorhergesagten Parität, also einem Tausch von einem Dollar für einen Euro.

Kaum jemanden dürfte das mehr freuen als den US-Präsidenten Donald Trump. Seit Monaten beklagt er sich über einen zu starken Dollar. Jüngst hatte er sich im April in einem Interview mit dem Wall Street Journal darüber beschwert. Auf den ersten Blick scheint es, als entfalteten die Worte Trumps ihre Wirkung. Doch das ist allenfalls ein kleiner Teil der Wahrheit. Denn es ist vielmehr das Scheitern des Präsidenten, das den Dollar schwächeln lässt.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

Um das zu verstehen, muss man zurückgehen in den November 2016, als Donald Trump zum neuen amerikanischen Oberhaupt gewählt wurde. Obwohl der Republikaner die Mehrheit der Wahlmänner-Stimmen erhielt, missfiel vielen US-Bürgern der Wahlausgang. Tausende Menschen gingen auf die Straßen, brüllten „Not my president“.

Doch die Finanzmärkte jubilierten. Schließlich stand mit Trump nun ein Mann an der Spitze, der umfassende Steuererleichterungen, die Deregulierung des Energie- und Finanzsektors und nicht zuletzt ein gewaltiges Infrastrukturprogramm versprach. Sein Kabinett bestückte der bis dato als Immobilien-Unternehmer tätige Trump mit Männern aus der Wirtschaft. Die Regierung Trump, so interpretierten es die Märkte, wird Wirtschaft und Arbeitsmarkt auf neue Höhen treiben.

Im Zuge dessen kletterten nicht nur die US-Börsen auf Rekordhöhen, auch der Dollar stieg immer weiter. Im November erreichte der Dollar-Index ein 14-Jahres-Hoch. Und auch bei dem wichtigsten Währungspaar, Euro-Dollar, schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Euro wieder nur einen Dollar kosten würde. Das hat es seit 2002 nicht gegeben.

Schon im ersten Halbjahr 2017, wenn nicht gar in den ersten drei Monaten des Jahres, könnte es soweit sein, prognostizierten Analysten namhafter Banken wie Morgan Stanley, Deutsche Bank oder der Citigroup. Die ersten drei Monate verstrichen, ohne dass so etwas geschah. Selbst bis Ende des Jahres scheint die Marke außer Reichweite. Im Mittel liegen die Prognosen der Analysten bei 1,07 Dollar je Euro.

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