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23.01.2014

17:58 Uhr

Währungshandel

Eurokurs steigt, Aussie leidet an Chinas Gebrechen

Während der Euro aktuell an Entscheidungen der EZB hängt, sind andere Währungen auch auf den Fortschritt anderer Nationen angewiesen: Der australische Dollar geht auf Talfahrt, weil die chinesische Konjunktur schwächelt.

Der Euro klettert auf sein Jahreshoch. ap

Der Euro klettert auf sein Jahreshoch.

Sydney/ FrankfurtPositive Wirtschaftsdaten haben den Euro am Donnerstag deutlich über die Marke von 1,36 US-Dollar getrieben. Am Nachmittag kletterte die Gemeinschaftswährung auf ein Tageshoch von 1,3677 Dollar. In der Nacht war der Kurs noch bis auf 1,3530 Dollar gefallen. Gegen Mittag setzte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3639 (Mittwoch: 1,3566) Dollar fest.

Neue Daten aus der Eurozone deuten an, dass die wirtschaftliche Erholung Fahrt aufnimmt. Der stark beachtete Einkaufsmanagerindex stieg im Januar auf den höchsten Stand seit Juni 2011. „Die Zahlen lassen vermuten, dass die Konjunkturerwartungen in Deutschland und im Euroraum in diesem Jahr eher übertroffen als verfehlt werden“, sagte Experte Heinrich Bayer von der Postbank.

Für die Kursentwicklung des Euro ist derzeit nach Einschätzung des Experten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank vor allem die Geldpolitik der EZB entscheidend. „Es wird darauf ankommen, ob sie noch einmal eine Schippe drauflegt und die Zinsen senkt, oder andere Maßnahmen ergreift.“ Ausschlaggebend hierfür sei die Entwicklung der Inflation in der Eurozone, so Leuchtmann. Bei einem weiteren Rückgang könnte laut Leuchtmann die Schmerzgrenze der Währungshüter erreicht sein.

Am Nachmittag stützten schwächer als erwartet ausgefallene US-Daten den Euro zusätzlich. Der Sammelindex der Frühindikatoren blieb hinter den Prognosen der Experten zurück, auch Daten vom Häusermarkt konnten nicht wirklich überzeugen. Experte Johannes Jander von der Helaba sieht den Aufwärtstrend allerdings weiterhin intakt: „Die Daten unterstreichen das Szenario einer konjunkturellen Belebung.“

Am Nachmittag dürften die Anleger ihre Aufmerksamkeit dann auf die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe richten. Von Reuters befragte Experten erwarteten 326.000 Anträge, das wären genauso viel wie in der Vorwoche. Von der Verfassung des US-Arbeitsmarktes hängt ab, wie schnell die US-Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zurückfahren wird. Die Fed hatte im Dezember den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eingeleitet und die monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Die nächste Gelegenheit zum Eindämmen der Geldflut ergibt sich Ende des Monats, wenn der Offenmarktausschuss zu seiner Zinssitzung zusammenkommt.

Unerwartet schwache Zahlen von der chinesischen Industrie haben indes den australischen Dollar am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Er kostete 0,8799 US-Dollar und damit 0,6 Prozent weniger. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für Rohstoffe aus Australien.

Angesichts einer galoppierenden Inflation tauschen immer mehr Argentinier ihr Geld in Dollar. Am Interbanken-Markt verteuerte sich die US-Währung um knapp 20 Prozent auf ein Rekordhoch von 8,10 Dollar. Das ist der größte Tagesgewinn seit der argentinischen Finanzkrise 2002. Am Schwarzmarkt kostete ein Dollar sogar 12,05 Peso, gut zwei Prozent mehr als am Vortag.

Analysten zufolge stiegen die Verbraucherpreise in dem südamerikanischen Land um mehr als 25 Prozent gestiegen. Die offizielle Teuerungsrate liegt weniger als halb so hoch. Für 2014 sagen Experten eine Inflation von 30 Prozent voraus.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82175 (0,81900) britische Pfund, 141,99 (141,57) japanische Yen und 1,2317 (1,2345) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1263,00 (1241,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 28 850,00 (28 940,00) Euro.

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