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22.12.2011

15:22 Uhr

Währungskurse

Euro stabiler, Forint gibt nach

Die ungarische Leitwährung gerät durch das verminderte S&P-Rating unter Druck. Der Euro konnte nach gestiegenem Interesse arabischer Investoren hingegen punkten.

Der Euro ist oben auf: Gegenüber dem Forint stieg sein Wert. Reuters

Der Euro ist oben auf: Gegenüber dem Forint stieg sein Wert.

FrankfurtDie Herunterstufung der Bonität Ungarns durch die Ratingagentur Standard and Poor's (S&P) hat der Währung des Landes am Donnerstag zu schaffen gemacht. Zum Euro verbilligte sie sich auf bis zu 308,56 Forint und notierte am Vormittag noch bei 306,50 Forint. Vor der Bekanntgabe von S&P, die Kreditwürdigkeit des osteuropäischen Landes nur noch mit der „Ramsch“-Note „BB+“ zu bewerten, hatte der Euro bei 304 Forint notiert. Der Leitindex der Budapester Aktienbörse verlor 1,6 Prozent auf 17325 Punkte. Auch die Kurse ungarischer Anleihen gerieten unter Druck.

Als Grund für die Herunterstufung nannte S&P eine unsichere politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenem Land. Die wirtschaftlichen Bedingungen hätten sich ebenfalls sowohl global wie im Land selbst verschlechtert. Die Agentur äußerte sich zudem besorgt über die Unabhängigkeit der Zentralbank - in Budapest streiten Regierung und Notenbank seit längerem über Kompetenzen.

„Der Entscheidung von S&P könnte ein ähnlicher Schritt von Fitch folgen, und die Herunterstufungen erhöhen den Druck auf die Regierung, den Konditionen von EU und IWF (zum Erhalt von Hilfen) zuzustimmen“, hieß es in einem Kommentar der Citibank. Vorigen Monat hatte sich die Ratingagentur Moody's bereits kritisch zu den Aussichten Ungarns geäußert und die Bonität auf Ramsch-Niveau heruntergestuft. Die Gespräche zwischen der rechtskonservativen Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban mit der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen im neuen Jahr fortgesetzt werden.

Am Markt stiegen die Kosten zur Absicherung ungarischer Staatsanleihen mit fünfjähriger Laufzeit auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Die Versicherungsprämie (Credit Default Swap - CDS) verteuerte sich dem Datenanbieter Markit zufolge um 44.000 Dollar auf 612.000 Dollar. Bei der Auktion einjähriger Anleihen verlangten die Anleger am Donnerstag zugleich einen höheren Risikoaufschlag von 7,91 Prozent. Bei der vorangegangenen Versteigerung waren es nur 7,29 Prozent gewesen. Die Nachfrage war zugleich niedriger als zuvor.

Der Euro stieg zum Dollar auf bis zu 1,3119 Dollar nach 1,3044 am Vorabend in New York. Händlern zufolge griffen am Morgen unter anderem arabische Investoren bei der Gemeinschaftswährung zu. Am Vormittag notierte der Euro noch bei 1,3063 Dollar. Analysten waren sich uneins, ob der am Mittwoch aufgelegte Drei-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank (EZB) den Finanzmarkt nachhaltig beruhigen wird. Damit werde auch der Euro anfällig für Meldungen rund um die Schuldenkrise bleiben.

Banken der Eurozone hatten von der EZB fast 500 Milliarden Euro zu ultra-niedrigen Zinsen erhalten. Börsianer äußerten aber Zweifel, ob das Geld wie von der EZB erhofft in die Wirtschaft fließt und die Kreditvergabe ankurbelt. Der Bund-Future notierte nach seinen deutlichen Vortagesgewinnen 39 Ticks niedriger bei 137,44 Punkten.

Von

rtr

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