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09.09.2011

14:12 Uhr

Währungspolitik in China

Insider: Yuan soll bis 2015 flexibler werden

Laut einem chinesischen Regierungsberater steht der Yuan vor einer Flexibilisierung in den kommenden vier Jahren. Auch die Lockerung des Kapitalmarkts soll schneller gehen als erwartet.

Lockerungsübungen in China: Die Regierung will dem Yuan offenbar mehr Spielraum lassen. dpa

Lockerungsübungen in China: Die Regierung will dem Yuan offenbar mehr Spielraum lassen.

PekingDer jahrelange Währungsstreit zwischen China und dem Rest der Welt scheint sich zu entspannen. Li Daokui, ein einflussreicher Berater der chinesischen Notenbank, sagte am Freitag, China werde in den nächsten vier Jahren den Wechselkurs der Landeswährung Yuan flexibler machen. Zudem dürfte seiner Ansicht nach die Liberalisierung des chinesischen Kapitalmarktes schneller gehen als von vielen Fachleuten erwartet.

„Ich sollte wohl sagen, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass China die Konvertibilität des Yuan bis 2015 zulässt“, sagte Li am Rande einer Messe in der südchinesischen Stadt Xiamen. „Ich glaube es sollte einen großen Fortschritt geben.“ Der Yuan darf aktuell nur in einer engen Bandbreite zu anderen Währungen schwanken. Die USA und Europa werfen China zudem vor, den Kurs seiner Währung am Devisenmarkt zum Schutz der eigenen Wirtschaft künstlich niedrig zu halten.

China hat zwar versprochen, den Yuan schrittweise aufwerten zu lassen. Allerdings nannten chinesische Offizielle bislang niemals einen Zeitplan oder ein bestimmtes Wechselkursniveau. Am Donnerstag hatte es in Medienberichten geheißen, China plane bis 2015 die Freigabe seiner Währung. Li ging darauf nicht ein.

Der Yuan könnte angesichts der Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft längst neben Dollar, Euro und Yen zu den Reservewährungen gehören, wenn er am Devisenmarkt freigegeben wäre.

Kritische Töne schlug Li in Richtung USA an: Sollte die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrem nächsten Treffen am 21. September ihre Geldpolitik weiter lockern, werde dies den Druck auf China erhöhen, auf die Umstände zu reagieren. „China muss dann vorsichtig und zugleich pragmatisch agieren“, sagte Li ohne ins Detail zu gehen.

Die Notenbank des bevölkerungsreichsten Landes der Erde hatte zuletzt wiederholt mit Leitzinserhöhungen und anderen Maßnahmen auf die starke Teuerung reagiert. Sollte die Fed weitere Milliarden in die US-Wirtschaft pumpen würde dies über den globalen Kapitalverkehr unter anderem auch in China den Inflationsdruck verstärken.

Von

rtr

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