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25.06.2016

11:15 Uhr

Währungsrechner

So macht der „Brexit“ den Urlaub günstiger

VonKatharina Schneider

Das war knapp. Doch der „Brexit“ könnte auch einen Vorteil haben – zumindest für Großbritannien-Urlauber, die sich nun über ein günstiges Pfund freuen können. Wo es günstige Wechselkurse gibt, zeigt das Tool der Woche.

Nach dem „Remain“-Voting hat sich das britische Pfund verteuert. dpa

Euro und Pfund

Nach dem „Remain“-Voting hat sich das britische Pfund verteuert.

FrankfurtVieles hätte dafür gesprochen zu hoffen, dass Großbritannien Mitglied der Europäischen Union bleibt. Allein, das abgestürzte Pfund kommt aktuell recht gelegen – so dürften es zumindest all jene sehen, die bald ihren Urlaub im Vereinigten Königreich verbringen möchten. Nachdem die Wahllokale am Donnerstagabend geschlossen hatten, machte das Pfund regelrecht einen Satz nach oben, die Prognosen sahen die EU-Befürworter vorn. Doch nach Auszählung aller Stimmen ist klar: Die Briten wollen die Union verlassen und das hat ihre Währung auf 1,23 Euro abstürzen lassen – so wenig wie zuletzt im Frühjahr 2014. Noch gravierender ist der Absturz gegenüber dem Dollar. Die Amerikaner müssen derzeit nur 1,35 Dollar für ein Pfund zahlen, das gab es zuletzt bei einem Crash in den 1980ern.

„Weil der Markt auf dem falschen Fuß erwischt wurde, hat das Pfund stark abgewertet. Aber auch der Euro und die skandinavischen Währungen kamen unter Druck und die typischen „sicheren Häfen“ Yen und Franken konnten zulegen“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Panisch habe hat der Devisenmarkt bisher aber nicht reagiert. Er meint zudem: „Wir gehen davon aus, dass die Stabilisierung des Pfunds zunächst nicht die erste Priorität der Bank of England sein wird, da sie kaum versuchen wird, in ein fallendes Messer zu greifen.“

Ab dem kommenden Montag sind bereits in fünf deutschen Bundesländern Sommerferien. Das heißt: Die Urlaubssaison beginnt. Bei der Reiseplanung sollte man nicht nur die Kosten für Anfahrt und Unterkunft berücksichtigen, sondern auch die Wechselkurse. Wer einen Urlaub an der Küste Cornwalls, in den schottischen Highlands oder in der Londoner City plant, kann seit dem „Brexit“-Votum wieder mit einem etwas kleineren Budget kalkulieren.

Ein echtes Währungsschnäppchen ist das noch nicht und die sind auch schwer zu finden. Einst zählten die USA dazu. Manch Reisender erinnert sich wohl wehmütig daran, dass ein Euro mal um die 1,40 oder gar 1,50 Dollar kostete. Aktuell sind es gerade mal rund 1,13 Dollar. Das heißt: In den USA einzukaufen ist für Bürger der Euro-Zone heute teurer als ein paar Jahren. Ähnlich sieht es in Ländern aus, deren Währungen an den Dollar gekoppelt sind – zum Beispiel der Bahamas- und Barbados-Dollar, die Antillen-Gulden oder das Libanesische Pfund.

Flüssig bleiben im Urlaub

Bargeld

Grundsätzlich sollten Reisende möglichst wenig Bargeld bei sich tragen, denn bei einem Diebstahl ist dieses in der Regel endgültig verloren. Zumindest für den Ankunftstag sollte sie aber eine kleinere Summe in der Landeswährung dabei haben, um etwa die Fahrt ins Hotel zahlen zu können.

Bankkarte

Urlauber sollten sich informieren, ob ihre Bankkarte im Reiseland funktioniert. Bei einigen Kreditinstituten muss vorab die Nutzung der Girocard für das Ausland freigeschaltet werden. V-Pay-Karten funktionieren nur in Europa.

Kreditkarten

Da Bankkarten nicht überall funktionieren, sind Kreditkarten eine wichtige Ergänzung. Auch hier sollten sich Kunden informieren, ob das Tages- und Monatslimit ausreicht. Mit manchen Karten ist das Geldabheben am Automaten kostenlos, mit anderen kann gebührenfrei an der Kasse bezahlt werden. Vorab lohnt sich also ein genauer Vergleich der Angebote. Bevor die Reise los geht, sollten sich Verbraucher auf jeden Fall den PIN-Code einprägen.

Kooperationen

Kunden sollten im Vorfeld erfragen, mit welchen Geldinstituten die eigene Bank kooperiert und welche Gebühren am Geldautomaten und bei Kartenzahlung anfallen.

In Euro abrechnen

An Geldautomaten oder Kassenterminals bekommen Kunden häufig das Angebot „in Euro abrechnen“. Das sollten sie ablehnen, denn die Wechselkurse sind meist schlechter und es fallen Zusatzgebühren an.

Mischung

Reisende sollten sich nie nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. Eine gute Kombination besteht aus Bankkarte, Kreditkarte und Bargeld.

Als teures Reiseland galt schon immer die Schweiz. Seitdem die Schweizer Nationalbank im Januar den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufgegeben hat, wertete die Währung stark auf. Aktuell kostet ein Euro etwa 1,08 Franken. Auch das heißt, dass der Einkauf mit Euro in dem Alpenstaat teuer ist.

Die aktuellen Kurse zwischen allen Ländern der Welt können etwa mit dem Währungsrechner auf Handelsblatt Online berechnet werden.

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