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10.01.2014

10:48 Uhr

Währungsreserven

Euro verliert an Gewicht

VonJörg Hackhausen

Das Ansehen des Euros hat schwer gelitten. Das belegt eine neue Studie: Der Anteil an den Währungsreserven ist auf den tiefsten Stand seit Beginn der Krise gesunken. Davon profitiert der US-Dollar – aber nur kurzfristig.

Getty Images

DüsseldorfDer Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven ist erneut gesunken. Der US-Dollar konnte hingegen zulegen. Doch vor allem suchen die Zentralbanken weltweit nach einem Ersatz für die Leitwährungen. Wieviel Vertrauen verloren gegangen ist, zeigt ein Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Zentralbanken halten weltweit 11,4 Billionen Dollar an Devisenreserven, ein neuer Rekord und fast zehnmal höher als 1999. Auf den US-Dollar entfallen derzeit 61,44 Prozent aller Währungsreserven, der Euro kommt auf 24,16 Prozent. 2012 lag der Anteil des Euros bei 24,27 Prozent.

Anders als der Wechselkurs, der den Wert einer Währung angibt, spiegeln diese Zahlen das Kräfteverhältnis der Währungsräume untereinander wider. Veränderungen geschehen nur sehr langsam, über Jahre und Jahrzehnte. Daher können schon kleine Verschiebungen große Bedeutung haben.

Euro gegen den Rest der Welt - Währungsbilanz 2013

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan +0,8 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund +2 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken +2,5 Prozent

US-Dollar

Euro/US-Dollar +3,7 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel +13,2 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan. Dollar +13,3 Prozent

Norwegische Krone

Euro/Nor. Krone +14,7 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar +22,2 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen +24,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Türk. Lira +26,6 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand +28,8 Prozent

Bei der Einführung im Jahr 1999 kam die europäische Währung auf einen Anteil von 18 Prozent. Der Höhepunkt war im Jahr 2009 mit fast 28 Prozent erreicht. Dann schlug die Euro-Krise zu. Auf dem Höhepunkt – im Jahr 2012 – fürchteten Investoren, der Euro werde auseinanderbrechen. Der Ausstieg von Griechenland war für viele Anleger bereits besiegelt, andere Länder wie Spanien und Italien galten als hoffnungslose Fälle. Die Lage war so ernst, dass Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, eingreifen musste. Er kündigte vor einem Jahr an, dass die EZB alles tun werde, um den Euro zu erhalten. Notfalls werde er dafür so viel Geld bereitstellen wie nötig.

Der Anteil des Euros an den weltweiten Währungsreserven nahm in der Krise stetig ab. Inzwischen ist die europäische Währung fast wieder auf dem Stand angekommen, auf dem sie schon um die Jahrtausendwende war. Immerhin hat sich das Tempo der Talfahrt verlangsamt, im dritten Quartal 2013 sah es schon besser aus als im zweiten.

Experten gehen davon aus, dass der Euro künftig wieder Boden gut machen kann. „Während der Euro-Krise war der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven etwas gesunken, aber dieser Trend hat offenbar den Boden erreicht“, sagt Anezka Christovova, Devisenstrategin bei Credit Suisse in London. Die Risiken der Kreditwürdigkeit und des Auseinanderbrechens der Eurozone seien in den Hintergrund gerückt, und der Euro sollte wieder an Attraktivität gewinnen, fügte sie an.

Der US-Dollar hat nach Daten des IWF von der Euro-Krise etwas profitiert. Der Anteil an den Devisenreserven stieg im vergangenen Jahr, wenn auch nur leicht von 61,05 Prozent auf 61,43 Prozent. Auf lange Sicht kämpft allerdings auch die US-Währung mit Problemen, sie hat im vergangenen Jahrzehnt an Einfluss verloren. Um die Jahrtausendwende machte der Dollar noch fast 70 Prozent der weltweiten Devisenreserven aus.

Kommentare (8)

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Freidenker

10.01.2014, 10:53 Uhr

Ach neee....mit einmal? Ich hab grad noch einen Artikel über den guten Euro gelesen!

Journalisten sollten vielleicht doch nichts soviel rauchen :)

Account gelöscht!

10.01.2014, 11:06 Uhr

"Brüssel fordert Hartz IV auch für arbeitslose Ausländer"

DANKE, dass es für diesen Artikel keine Kommentarfunktion gibt !!

Account gelöscht!

10.01.2014, 11:14 Uhr

Damit haben die US-Amerikaner ihr Zeil erreicht! Den Euro(mit Hilfe der Rating Agenturen) anzuschwärzen, um von den eigenen Problemen (des USD) abzulenken war schon immer eine clevere Strategie. Nur wie lange trägt diese Strategie und was folgt dann?

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