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06.01.2011

14:06 Uhr

Währungsspekulationen

Brasilien sagt heißem Geld den Kampf an

Die laxe Geldpolitik der Industrieländer - allen voran der Vereinigten Staaten - bringt Schwellenländer zunehmend in Bedrängnis. Der massive Kapitalzufluss treibt die Inflation und die Kurse der Emerging-Markets-Währungen an. Brasilien versucht seit Monaten, den Real zu bremsen. Jetzt erhöht das Land den Druck noch einmal.

HB BRASILIA. Brasilien will Spekulationen auf einen weiteren Anstieg der Landeswährung Real einen Riegel vorschieben. Wie die Notenbank des Landes am Donnerstag mitteilte, müssen Banken mit entsprechenden Positionen ab dem 4. April deutlich höhere Reserven vorhalten.

Ziel der Maßnahme ist es, Schwankungen am Devisenmarkt einzudämmen. Sie wirkt wie eine Art Spekulationsbremse, da Wetten auf eine Verteuerung des Real unattraktiver werden. Bei diesen Geschäften tauschen Spekulanten in der Erwartung eines steigenden Wechselkurses Dollar in Real um, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn wieder zurückzutauschen. Wenn solche Aktionen in großem Stil vorgenommen werden, bekommt das die Volkswirtschaft zu spüren. Ein steigender Wechselkurs macht den Exporteuren das Leben schwer, weil sich ihre Waren auf dem Weltmarkt verteuern.

Brasilien hat wie andere Schwellenländer auch wegen der extrem laxen Geldpolitik der Industrieländer - allen voran der Vereinigten Staaten - mit einem massiven Kapitalzufluss zu kämpfen. Dieses so genannte "hot money" fließt wegen der Zinsdifferenz in jene Länder, nährt Finanzblasen und heizt zudem die Teuerung an. Diese müsste von den Zentralbanken dann zwar eigentlich mit höheren Leitzinsen bekämpft werden. Allerdings würde dann die Zinsdifferenz dann noch weiter zunehmen und noch mehr Geld aus dem Ausland anziehen. Brasilien - immerhin Mitglied im Kreis der 20 größten Industrie- und Schwellenländer - hat vergangenes Jahr bereits mit Restriktionen im Kapitalverkehr reagiert.

Andere Länder intervenieren am Devisenmarkt, um eine Aufwertung ihrer Währungen zu begrenzen. Am Mittwoch startete zum Beispiel die Zentralbank Chiles den größten Eingriff in der jüngeren Geschichte des wichtigsten Kupferproduzenten. Auch Brasiliens Notenbank kündigte an, weiter Dollar am Devisenmarkt zu kaufen, um den Real zu drücken.

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