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29.01.2014

16:22 Uhr

Währungsturbulenzen

Südafrika erhöht Leitzins auf 5,5 Prozent

Die Währungen in Schwellenländern wie Indien fallen bereits – jetzt erhöht auch Südafrika seinen Leitzins, um dem Druck auf den Rand zu begegnen. Der Schritt kommt wenige Stunden vor dem Zinsentscheid der Fed in den USA.

Ein Kind mit 50 Rand: Südafrika reiht sich in eine Serie von geldpolitischen Straffungen in anderen Schwellenländern ein, die den Verfall ihrer Landeswährungen verhindern wollen. Reuters

Ein Kind mit 50 Rand: Südafrika reiht sich in eine Serie von geldpolitischen Straffungen in anderen Schwellenländern ein, die den Verfall ihrer Landeswährungen verhindern wollen.

PretoriaNach anderen Schwellenländern stemmt sich nun auch Südafrika mit einer Leitzinserhöhung gegen Währungsturbulenzen. Die Zentralbank hob den Schlüsselzins am Mittwoch um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent an. Sie begründete den Schritt damit, dass sie verstärkten Druck auf die Landeswährung Rand erwarte und sie ein Mandat zur Inflationsbekämpfung habe. Südafrika reihte sich damit in eine Serie von geldpolitischen Straffungen in anderen Schwellenländern wie Indien und der Türkei ein, die damit den weiteren Verfall ihrer Landeswährungen verhindern wollen.

Der Schritt der Notenbank in Pretoria kam nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid in den USA, der eine weitere Straffung der Geldpolitik der Zentralbank Federal Reserve (Fed) bringen dürfte. In Erwartung dieser Entscheidung haben viele Investoren ihr Geld aus Schwellenländern abgezogen, da sie im Zuge des Aufschwungs in den USA wieder gute Renditechancen in den Vereinigten Staaten sehen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Das absehbare Ende der Geldschwemme in den USA werde zu Marktschwankungen in einigen Schwellenländern führen, prophezeite die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Die Fed will ihr Anleiheankaufprogramm, mit dem sie derzeit noch monatlich 75 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpt, in diesem Jahr schrittweise auslaufen lassen. Der Leitzins dürfe jedoch auf absehbare Zeit weiter nahe null bleiben.

Von

rtr

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