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18.10.2011

21:26 Uhr

Warentermingeschäfte

Die USA zügeln Spekulation mit Rohstoffen

Die USA haben auf dem Markt für Termingeschäfte durchgegriffen und so das Spekulieren im großen Stil schwieriger gemacht. Die Spielregeln für den Handel mit Rohstoffen könnte das revolutionieren.

USA wollen im Rohstoffhandel durchgreifen. dpa

USA wollen im Rohstoffhandel durchgreifen.

WashingtonDie für den Derivatehandel zuständige Börsenaufsicht CFTC verabschiedete am Dienstag nach langer und kontroverser Debatte einen Entwurf zur Regulierung des Handels mit Öl, Metallen und Getreide, der die Spielregeln des milliardenschweren Geschäfts grundlegend verändern würde.

Kernpunkt ist der umstrittene Vorschlag, die Zahl der von einem Händler gehaltenen Kontrakte zu begrenzen. CFTC-Chef Gary Gensler verspricht sich davon eine Beruhigung der Preisentwicklung. Weite Teile der Branche wollen sich solche Fesseln aber nicht anlegen lassen und warnen davor, dass Investitionen dann nach Übersee auf weniger streng regulierte Märkte abwandern.

Aus Sicht der Befürworter härterer Vorgaben tragen Spekulanten viel zur Verteuerung von Rohöl oder anderen Rohstoffen bei und erhöhen damit die Kosten von Industrie und Verbrauchern: „Wir haben die Verantwortung und müssen sicherstellen, dass der Ölpreis nicht länger von denselben Spekulanten nach oben getrieben wird, die die verheerende Rezession ausgelöst haben, in der unsere Arbeiterfamilien nun stecken“, wettert beispielsweise der demokratische Senator Bernie Sanders. Die Kritiker halten einen solchen Kampf gegen die Kräfte des Marktes für unsinnig: „Die Zahl der Kontrakte zu begrenzen, ist wie das Verbot von Leerverkäufen“, sagt Remco Lenterman von der niederländischen IMC Trading. „Man versucht die Preise zu beeinflussen, weil sie einem zu hoch erscheinen. Es gibt unendlich viele Belege dafür, dass das kontraproduktiv ist.“

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Die CFTC hat Monate damit verbracht, einen Zusammenhang zwischen spekulativen Geschäften und einem Anstieg der Preise nachzuweisen. Die Zahl der Studien dazu von Aufsichtsbehörden auch in Europa oder Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds sowie aus der Branche ist groß, ohne dass ihr Ergebnis auf einen Nenner zu bringen wäre. CFTC-Chef Gensler hatte jedoch die Mehrheit von drei Stimmen in der fünfköpfigen Kommission zusammen, die die Einführung der sogenannten „position limits“ beschloss.

Kommentare (7)

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kermit59

19.10.2011, 01:59 Uhr

Es wird Zeit, dass das Zockerparadies endlich ein Ende hat und Angebot und Nachfrage das Regulativ für die Märkte sind und nicht überbordende Kontrakte - ohne realen Hintergrund - von Banken, Sepkulanten und Hedgefonds.

aruba

19.10.2011, 07:17 Uhr

Guten Tag,... Da Ich mich mit Zucker ein bisschen auskenne. ( Nicht Blutzucker,....dies nur als Anmerkung fuer alle Jungbanker ). Es ist wahrlich ein wuestes Unterfangen,.... Wetter, Transport, reale Ernte, machen das investieren zum russischen Roulette. Enorme Schwankungen, Abrechnungen in Pound oder OZ. Hebeleffekt,... ja sogar der Beginn des Ramadan hat einen Einfluss. Auch wurden die zu hinterlegenden Garantien vor einem Jahr empfindlich angehoben. Wir wollen festhalten dass die,... welche etwas wissen,.... nichts sagen. Jedoch die, welche nichts wissen dauern Stuss reden. Es ist also wie in der Polik und in den Banken oder an der Boerse. Nur ist es nichts fuer junge Hosenscheisser mit 5 Handy und 3 Laptops. Bitte beachten Sie dass sogar mit steigendem Einkommen ( sogar am Arsch der Welt ) sofort der Zuckerkonsum steigt. Zucker kann mann essen, er schmeckt suess und ist Kalorienreich. Aktien kann mann nicht essen, aber wunderbar als Tapete benutzen. Manche eine Aktie kamm mann sogar vierteilen und sich den Hintern damit Abwischen.Besten Dank

Govindo

19.10.2011, 07:18 Uhr

Es gibt in Erzeugerländer wie z.B. für Reis Kleinhändler die bei niedrigem Preis aufkaufen, zwischenlagern und bei steigenden Preisen wieder verkaufen! Mit Spekulationen von Banken und Hedgefonds hat dies nichts zu tun und lässt sich auch nicht verbieten. Nur im Kommunismus könnte man soetwas unterbinden. Wer will das schon?

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