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04.04.2016

18:17 Uhr

Wechselkurs

Der Dollar zwischen Hoffen und Bangen

Anders als ihr europäisches Pendant hat die US-Notenbank mit Zinserhöhungen begonnen. Doch die Unsicherheit über den Zeitpunkt der nächsten Erhöhung ist groß. Die Weltleitwährung leidet an einer chronischen Schwäche.

Der Euro notiert derzeit bei 1,14 Dollar und damit etwa sechs Prozent höher als zum Jahresbeginn. Reuters

Dollar mit Schwäche zu wichtigen Währungen

Der Euro notiert derzeit bei 1,14 Dollar und damit etwa sechs Prozent höher als zum Jahresbeginn.

Düsseldorf/WashingtonAuf den Währungsmärkten wird derzeit jedes Wort genau abgewogen: Alle wollen wissen, wann kommt die nächste Zinserhöhung in den USA. Denn ein höherer Zins in den USA würde Anlagen in dem Land attraktiver machen, das wiederum die Nachfrage nach US-Dollar anheizen und so die Währung stützen. Doch die Entscheider in der US-Notenbank Federal Reserve sprechen mit gespaltener Zunge – und so bleibt der Dollar schwach.

Am Montag notiert die Währung knapp unter 1,14 Dollar und damit nahe dem Höchstwert dieses Jahres (1,1437 Dollar). Seit Jahresbeginn legt der Dollar gegenüber dem Euro fast kontinuierlich zu. Daran konnte auch die Aussage eines führenden Notenbankmitglieds zum Wochenbeginn nichts ändern.

Der Chef der Fed-Filiale von Boston, Eric Rosengren, sagte am Montag, dass die nächste Zinserhöhung wohl früher kommen dürfte als von vielen Beobachtern an den Finanzmärkten erwartet. Doch der Ruf verhallte weitgehend ungehört, obwohl Rosengren sonst eigentlich als zurückhaltend bei der Forderung nach Zinserhöhungen gilt. Seine Aussage war also quasi ein Abweichen von der Regel.

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Wer Anleger nur eine oder keine Anhebung für dieses Jahr auf dem Zettel hätten, sei womöglich zu pessimistisch, sagte Rosengren. Die Terminmärkte zeigen aber tatsächlich derzeit eine solche Erwartungserhaltung: Sie rechnen mit höchstens nur einer Zinserhöhung für das laufende Jahr. Mit Blick auf die globale Konjunktur und die Finanzmärkte scheine das Störfeuer von außen aber nachzulassen und damit auch das Risiko, dass die US-Wirtschaft aus dem Tritt gerate – das macht laut Rosengren also eine Zinserhöhung eher verkraftbar. Und so sei es angebracht, die weitere Straffung der Geldpolitik eher anzugehen, als es die Kurse an den Terminmärkten anzeigten.

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