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17.04.2012

10:56 Uhr

Wechselkurs

Händler testen Bereitschaft den Franken zu deckeln

Erstmals seit sieben Monaten testen Händler die Entschlossenheit der Schweizerischen Nationalbank, die Stärke des Franken gegenüber dem Euro zu begrenzen. Die Währung ist angesichts der Euroraum-Schuldenkrise gefragt.

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken. dpa

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken.

Der Franken hat am 5. April und am 9. April mit seinem Anstieg den Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken je Euro durchbrochen. Und die Optionspreise zeigen, dass Investoren auf eine weitere Aufwertung setzen. Im März ist die Schweizer Devise gegenüber einem Korb aus neun Währungen um 1,1 Prozent geklettert, was Bloomberg-Daten zufolge der größte Gewinn seit Juli ist. Gegenüber dem Neun-Monats-Tief vom 11. Januar notiert der Franken 1,8 Prozent höher.

Die Nachfrage nach Schweizer Vermögenswerten ist so groß, dass Investoren bei einer Auktion von Sechs-Monats- Schatzwechseln in der vergangenen Woche negative Renditen akzeptierten. Dagegen bewegen sich für Spanien die Fremdkapitalkosten auf ein Niveau zu, auf dem Griechenland, Irland und Portugal um Hilfsgelder ersuchen mussten. Der Franken klettert gegenüber anderen Währungen, selbst nachdem die Schweizerische Nationalbank ihre Bereitschaft bekräftigte, einen Anstieg zu verhindern. Mit der Deckelung der Franken-Stärke hofft die SNB, eine Deflation zu verhindern und die Exporte zu stützen

"Solange die Risikoaversion an den steigenden Stress im Euroraum gekoppelt ist, werden die Anleger weiter Franken kaufen wollen", erläutert Peter Frank, Devisenstratege bei Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA in London. "Der Schweizer Franken ist eine extrem liquide Währung, sie ist in allen Zeitzonen handelbar und die Wirtschaft ist sehr widerstandsfähig." Der Franken ist in den vergangenen drei Monaten mit zwei Ausnahmen gegenüber den 16 am meisten gehandelten Währungen gestiegen, zeigen Bloomberg-Daten. Während die Gewinne zum Euro auf 0,5 Prozent begrenzt waren, hat die Schweizer Währung gegenüber dem Yen 7,7 Prozent und zum Dollar 3,2 Prozent zugelegt.

Strategen gehen davon aus, dass die Schweizer Währungshüter ihre Zusicherung wahr machen werden. Sie sehen einer Bloomberg- Umfrage zufolge den Franken zum Jahresende bei 1,23 je Euro. Allerdings haben sie ihre Prognosen korrigiert, zuvor waren sie noch von einer Abschwächung des Frankens auf 1,26 je Euro ausgegangen. Zum Dollar werde der Kurs der eidgenössischen Devise auf 97 Rappen je Dollar sinken, lautet die Medianprognose aus einer separaten Umfrage. Ende letzten Jahres waren es noch 98 Rappen.

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