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13.01.2010

13:58 Uhr

Wegen China

Rohstoffpreise sinken

In Reaktion auf zuletzt gestiegene US-Heizölvorräte hat der Ölpreis am Mittwoch nachgegeben. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 79 Cent auf 80 Dollar, zeitweise wurde mit 79,63 Dollar der bislang niedrigste Betrag in diesem Jahr bezahlt.

HB FRANKFURT. Auch die Sorgen, dass wegen der strafferen Geldpolitik in China die dortige Produktion zurückgehen und damit die Ölnachfrage sinken könne, trug Händlern zufolge zum Preisrückgang bei.

Die trotz der jüngsten Kältewelle höheren Heizölvorräte belegen nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg, dass in den USA keine Angebotsknappheit an Öl und Ölprodukten bestehe und das kalte Wetter lediglich ein vorgeschobenes Argument für den jüngsten Preisanstieg gewesen sei. Die Wetterprognosen für den Nordosten der USA - wo weltweit das meiste Heizöl verbraucht wird - sagen für die kommenden Tage wieder mildere Temperaturen voraus. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel um 75 Cent auf 78,55 Dollar.

Am Markt für Industriemetalle stand die straffere Geldpolitik Chinas weiter im Vordergrund. Sorgen, durch die neuen Maßnahmen könnte der Konjunkturmotor gedrosselt werden, führten zu weiteren Preisrückgängen. Die Tonne Kupfer wurde zu 7360 Dollar gehandelt nach 7455 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Die Tonne Aluminium kostete 2260 Dollar nach 2281 Dollar im späten Vortagesgeschäft.

Der Goldpreis bewegte sich um 1132 Dollar je Feinunze und hielt sich damit auf dem Niveau des Vortages. Analyst Thorsten Proettel von der LBBW geht davon aus, dass der deutliche Preisanstieg vom Herbst zunächst einmal vorbei ist. "Von ETF-Seite kommt wenig Auftrieb, die nehmen jetzt eher Gewinne mit. Und auch einige Spekulanten scheinen gerade aus dem Markt zu gehen."

Platin kostete 1564 Dollar je Feinunze, nachdem am Vortag zeitweise mehr als 1600 Dollar gezahlt worden waren. Seit Jahresbeginn war der Preis in der Spitze bereits zehn Prozent gestiegen, was Analysten vor allem auf das Interesse von Finanzinvestoren zurückführten. Zu den drei bislang bestehenden Platin-ETFs in Großbritannien, der Schweiz und Australien waren in der vergangenen Woche weitere mit dem Edelmetall physisch hinterlegte Papiere an den Börsen in Zürich und New York hinzugekommen. Vor allem die US-ETFs sind nach Ansicht von LBBW-Experte Proettel von Bedeutung, da nun erstmals Investoren auf dem amerikanischen Markt in solche Papiere investieren können. Dies und der Trend zu alternativen Investments spreche für mittelfristig weiter steigende Platinpreise.

Palladium verbilligte sich auf 412 Dollar je Feinunze, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Auch das - wie Platin - unter anderem bei der Autoherstellung verwendete Edelmetall hat in den vergangenen vierzehn Tagen knapp zehn Prozent an Wert gewonnen.

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