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09.01.2013

15:17 Uhr

Wegen „Fracking“

USA entkoppeln sich von Ölimporten

VonSebastian Ertinger

Die Ölförderung in den USA steigt so rasant wie nie. Der Import fällt dafür auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren, zeigt eine aktuelle Prognose. Das beschert der US-Wirtschaft einen Energie-Boom und drückt den Ölpreis.

Die USA steigern die Ölproduktion so stark wie noch nie. dapd

Die USA steigern die Ölproduktion so stark wie noch nie.

DüsseldorfIn den USA steigt die Ölförderung im Jahr 2013 so stark wie noch nie. Dies sagt die US-Energiebehörde EIA voraus. Der Prognose zufolge pumpen die Vereinigten Staaten in diesem Jahr 900.000 Fass mehr Öl pro Tag aus der Tiefe. Die Förderung steigt damit auf 7,3 Millionen Barrel Erdöl pro Tag. Ein Fass (Barrel) Öl entspricht rund 159 Litern.

Die Energiebehörde korrigierte nun ihren jüngsten Ausblick von Dezember deutlich nach oben. Jetzt gehen die Experten davon aus, dass von 2012 bis 2014 die Ölproduktion um fast ein Viertel steigen wird. Zugleich importieren die USA 2014 so wenig Erdöl wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Einfuhr von Rohöl und Benzin wird der Behörde zufolge auf sechs Millionen Fass pro Tag sinken - rund die Hälfte des Spitzenwerts der Jahre 2004 bis 2007.

Die Staaten mit dem größten Öldurst

Rang 10

Taiwan

Der Inselstaat importiert rund 1,0 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass (Barrel) Öl entspricht rund 159 Litern. Taiwan rangiert auf dem zehnten Platz der Ölverbraucher.

Quelle: Internationale Energieagentur (EIA), Stand: August 2012

Rang 9

Italien

Die Bewohner des Stiefelstaats importieren rund 1,3 Millionen Fass Öl am Tag.

Rang 8

Spanien

Die gleiche Menge Rohöl führt Spanien ein. Dort sind es 1,3 Millionen Barrel am Tag.

Rang 7

Frankreich

Etwas mehr importieren die Nachbarn nördlich der Pyrenäen: Dort sind es 1,7 Millionen Fass Öl täglich.

Rang 6

Südkorea

Noch etwas mehr Öl schnappt sich Südkorea. Das Land importiert 2,3 Millionen Fass Öl.

Rang 5

Deutschland

Der Öldurst Deutschlands ist ähnlich groß wie von Südkorea: 2,3 Millionen Fass Öl importieren die Deutschen täglich.

Rang 4

Indien

Die gleiche Menge des Energieträgers wie Deutschland führt Indien ein. Das aufstrebende Land kommt auf 2,3 Millionen Fass Öl.

Rang 3

Japan

Deutlich mehr Volumen des Energieträgers führen die Japaner ein. Dort sind es 4,3 Millionen Fass täglich. Der Inselstaat ist damit der drittgrößte Ölimporteur der Welt.

Rang 2

China

Noch mehr des Rohstoffs holt die Volksrepublik ins Land. 5,5 Millionen Fass importieren die Chinesen täglich.

Rang 1

USA

Mit Abstand das meiste Erdöl importieren die USA: Mit 8,7 Millionen Fass täglich liegen die Amerikaner an der Spitze.

Die eindrucksvolle Rückkehr Amerikas als Erdölförderer fußt auf früher unerreichbaren Vorkommen an Schieferöl und –gas. Neue Fördermethoden erschließen nun jedoch die Lagerstätten in der Tiefe. Bei dem sogenannte „Fracking“ wird mit Chemikalien und Sand versetztes Wasser unter hohem Druck in die Tiefe gepumpt, um dort Gesteinsschichten aufzubrechen. So wird bislang nicht förderbares Gas und Öl freigesetzt und kann anschließend an die Erdoberfläche gepumpt werden.

Diese sogenannten unkonventionellen Vorkommen entfachen in den USA geradezu einen neuen Öl- und Gasrausch. Die Preise für die Energieträger fallen deutlich hinter das Niveau von Europa zurück. Dadurch werden im großen Stil Investoren angelockt. „Die US-Industrie profitiert von diesem zusätzlichen Angebot. Das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil der US-Wirtschaft“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank.

In den Bundesstaaten mit großen alternativen Lagern wie North Dakota, Pennsylvania oder Texas siedeln sich Unternehmen an. Konzerne mit hohem Energieverbrauch eröffnen neue Werke in der Region. Sogar ausländische Firmen verlagern teilweise ihre Produktion. So erwägt der österreichische Stahlreise Voestalpine, für rund eine halbe Milliarde Euro ein Werk in den USA aufzubauen.

Kommentare (39)

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Account gelöscht!

09.01.2013, 15:26 Uhr

Und was wird aus dem Weltuntergang? Ich wollte in noch erleben!

Glaskugel

09.01.2013, 15:56 Uhr

Tsss, oh Mann, wer glaubt diesen Dreck eigentlich noch von "fosilen Material" das gefördert wird? Diese weit verbreite Lüge stammt aus dem 18 Jjahrhundert von einen französischen Offizier, der unter Napoleon diente.

Die Amis graben nicht tiefer, das ist Teil der Meinungsmache von den Ölbarone um den Preis schön hoch zu halten. (Verknappungstheorie)

In Wirklichkeit kommt die russische refilling Theorie wohl eher zum tragen, die besagt, dass das Erdöl ein Produkt aus dem Erdinneren ist. Es würde auch die Lage der Erdölfelder erklären, die meist an Kontinentalspalten zu finden sind.

Ergo erklärt sich das unverhoffte Erdölglück der Amis von selbst. Bedenken sie, dass die felder in den 80/90er Jahren bereits völlig ausgeplündert waren und schwubs sind sie wieder so voll, dass sich eine weitere Förderung lohnt.
An alle Kritiker: Erklären sie mir, wie Dinos und Pflanzen in 3000 Meter Tiefe gelangt sind? Es waren bestimmt viele Vulkanausbrüche dazu , um soviel Material aufschütteten.

Geologe

09.01.2013, 16:06 Uhr

@glaskugel

Mein Gott, lesen Sie mal eine Geologie Lehrbuch, bevor Sie so einen verschwurbelten Quatsch von sich geben!

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