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31.10.2011

08:13 Uhr

Weltwirtschaft

Experte warnt vor Ölpreisschock

Der hohe Ölpreis bedroht die Weltwirtschaft, warnt der ehemalige Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). Wenn der Ölpreis nicht deutlich fallen sollten, drohe eine Krise wie im Jahr 2008.

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Taft in Kalifornien. dpa

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Taft in Kalifornien.

SingapurDer anhaltend hohe Ölpreis bedroht dem ehemaligen Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge die Weltwirtschaft. „Wenn Öl bei 100 Dollar je Barrel bleibt, wird es so schlimm wie 2008“, sagte Ex-IEA-Geschäftsführer Nobuo Tanaka während einer Fachkonferenz in Singapur unter Hinweis auf die Finanzkrise. Für Produzenten und Konsumenten seien Preise zwischen 70 und 80 Dollar je Barrel genau richtig und regten zudem einen Ausbau der Ölförderung an. Alles über dieser Spanne sei für die Weltwirtschaft ein Problem.

Im Oktober hätten die Ölpreise den stärksten Anstieg innerhalb eines Monats seit zwei Jahren verzeichnet, sagte ein Händler. Vor dem Hintergrund des kräftigen Preisanstiegs gebe es Spekulationen, dass die Nachfrage nach Rohöl in den kommenden Wochen stocken könnte. Außerdem habe die jüngste Intervention der japanischen Notenbank an den Devisenmärkten die Kauflaune belastet.

Am Montag lag der Preis für ein Barrel der Sorte Brent bei etwa 109 Dollar - drei Mal so hoch wie der Tiefstand von 36,20 Dollar während der Krise vor drei Jahren. Ein Fass der Sorte WTI kostete 92,41 Dollar.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Von

rtr

Kommentare (10)

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frankfurter

31.10.2011, 07:52 Uhr

jetzt sieht das mal nicht so eng.
das ist eine ganz normale kapitalistisch orientierte Entwicklung.
Knappe Güter werden teurer.
Und sind wir in den wohlhabenden Nationen nicht froh darüber,dass nur wir uns dieses begehrte Produkt noch leisten können.
Manche pragmatischen Wirtschaftsdenker befürworten sogar die steigenden Lebensmittelpreise.
Das ist doch die naürliche Selektion.
Wie sagte immer mein alter Deutschlehrer so hämisch: da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Das hier milliarden von Menschen ausgegrenzt werden ist moralisch sicherlich verwerflich, aber kapitalistisch begründbar.
Ein Hoch auf den Kapitalismus,er schützt unseren Wohlstand vor den Anderen.

johnnyInvisible

31.10.2011, 08:27 Uhr

Jo, Öl wird doch irgendwann in den nächsten Jahrzehnten unbezahlbar. Was hat der Mann denn für Vorstellungen? Angebot und Nachfrage bestimmen im Grunde immer noch den Preis, so what?!

Einanderer

31.10.2011, 08:52 Uhr

Planwirtschaftlich gesehen sollte man also den Ölpreis auf 80 $ festlegen? Damit die Ölwirtschaft optimal expandieren kann? Klingt gut und vernünftig, aber was wenn die Ölvorkommen bei dieser Expansion nicht mit machen wollen? Was wenn Peak Oil doch keine Erfindung der Ökoterroristen ist? Hmmm...

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