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22.10.2014

15:44 Uhr

Weniger Interesse an Gold

Anleger flüchten aus dem größten Gold-Fonds der Welt

Gold ist scheinbar nicht mehr gefragt. Das größte börsengehandelte Goldprodukt verzeichnet die größten Mittelabflüsse seit zwölf Monaten. Die Bestände sinken bereits seit Jahren. Das hat mehrere Gründe.

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SingapurDie Goldbestände im größten mit Gold unterlegten börsengehandelten Produkt, dem SPDR Gold Trust, sind am Montag so stark zurückgegangen wie seit zwölf Monaten nicht mehr. Die Investoren ziehen Mittel ab, obwohl der Goldpreis sich vom niedrigsten in diesem Jahr erreichten Niveau erholt hat.

Die Bestände sind am Montag um 1,2 Prozent auf 751,96 Tonnen abgeschmolzen, wie Daten auf der Webseite des Fonds zeigen. Das ist der niedrigste Stand seit November 2008. Die Bestände im Fonds liegen mittlerweile 5,8 Prozent unter dem Stand zu Jahresbeginn. Im Jahr 2013 gingen sie um 41 Prozent zurück.

Gold verteuerte sich vergangene Woche vor dem Hintergrund sinkender Aktienkurse sowie eines abwertenden US-Dollars. Goldman Sachs und Société Générale rechnen jedoch weiterhin mit niedrigeren Goldpreisen. Die Konjunkturerholung in den USA und die erwartete Beendigung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank werden den Goldpreis belasten, erwarten sie.

„Die Leute fangen allmählich an zu glauben, dass sich der Aktienmarkt stabilisiert“, sagte Michael Gayed, leitender Investmentstratege bei Pension Partners in New York. „Hinzu kommt, dass der Eindruck einer Erholung der amerikanischen Wirtschaft das Interesse an Gold senkt.“

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Goldman bekräftigte diesen Monat die Prognose, wonach der Preis für die Unze Gold in zwölf Monaten bei 1050 Dollar liegen wird. SocGen erwartet einen Preis von „deutlich unterhalb von 1200 Dollar“. Derzeit notiert das Edelmetall bei etwa 1250 Dollar.

Kommentare (7)

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Herr Thomas Albers

22.10.2014, 16:12 Uhr

"„Die Leute fangen allmählich an zu glauben, dass sich der Aktienmarkt stabilisiert“, sagte Michael Gayed, leitender Investmentstratege bei Pension Partners in New York. „Hinzu kommt, dass der Eindruck einer Erholung der amerikanischen Wirtschaft das Interesse an Gold senkt.“"

Die Argumente sind ja nicht von der Hand zu weisen. Was aus meiner Sicht fehlt ist die Möglichkeit, dass die Euro-Krise wieder aufflammt. Von Neuwahlen in Griechenland bis zureformunwilligen Franzosen oder auch eine fehlgeleitete deutsche Wirtschaftspolitik liefern hierfür Gründe. Ich weiß nicht ob es vor diesem Hintergrund wirklich eine wirklich gute Idee ist, sich in größerem Stil von Gold zu trennen.

Herr Peter Spiegel

22.10.2014, 16:40 Uhr

"Anleger flüchten aus dem größten Gold-Fonds der Welt"

Die Leute hatten doch kein Gold sondern Papier.

Herr Alfred Werner

22.10.2014, 16:59 Uhr

Ja sicher , Gold ist bäähhh. Immer der gleiche Quatsch im Schandelsblatt. Wie extrem langweilig. Gäähhhnnnn.......

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