Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.08.2011

12:43 Uhr

Wertbeständige Währung

„In Gold I Trust“

VonIngo Narat

Investoren blicken sorgenvoll auf die Schuldenexzesse in den USA und Europa. Sie entdecken Gold als bessere, wertbeständige Währung. Handelsblatt-Redakteur Ingo Narat hat dies schon lange geahnt. Ein Bekenntnis.

Ein Kilo Gold-Barren. Quelle: Reuters

Ein Kilo Gold-Barren.

FrankfurtKann eine Wertanlage sinnlich, womöglich gar erotisch sein? Aber sicher. Kreisrund, fast 34 Gramm schwer, man fühlt Gewicht und Wert, Paul Kruger auf der Vorderseite, die Springbock-Antilope hinten. Es ist der südafrikanische Krügerrand, "die" Goldmünze schlechthin. Ich bin ein sinnlicher Mensch, ich liebe Gold, seit Anfang des Jahrtausends. Die ersten Münzen habe ich nach dem Platzen der Internetblase gekauft. Damals gab es die Ein-Unzen-Münze für 300 bis 400 Euro. Heute kostet der Krügerrand rund 1300 Euro.

Es war eine mentale Strapaze. Freunde und Kollegen hielten mich für einen Spinner. Die konnten mit Gold nichts anfangen. Sie vertrauten auf ihr Bankkonto, auf Festgeld, eine Lebensversicherung, vielleicht noch eine Immobilie, andere bevorzugten Aktienfonds - das war's. Doch als Finanzjournalist mit Faible für Börsenzyklen war für mich spätestens am Beginn des Millenniums klar: Nach zwei Jahrzehnten des Wertpapierbooms neigt sich die Hausse dem Ende, dafür starten Rohstoffe und Gold ihr Comeback.

Ingo Narat, Gold-Experte des Handelsblatts: "Gold ist immer AAA". Quelle: Pablo Castagnola

Ingo Narat, Gold-Experte des Handelsblatts: "Gold ist immer AAA".

Die Ausgangslage war perfekt, denn praktisch niemand war investiert. Es gab also genug künftige Käufer, die den Preis treiben konnten. Die vor elf Jahren geplatzte Aktienblase war nur ein erster Warnschuss für die Aktienmärkte. Niedrige Zinsen hielten das System viele Jahre stabil. Aber ein unseliges Quartett aus Politikern, Notenbankern, Investmentbankern und Ratingagenturen bereitete die Götterdämmerung vor.

Im Sommer 2007 beschrieb ich im Handelsblatt meine Sorgen vor dem aufziehenden perfekten Sturm. Es war die Zeit, als die Immobilienblase in den USA platzte und praktisch alle Experten den Schaden kleinredeten. Viele waren sorglos. Dann breitete sich die Krise aus: zu den Banken, in die Realwirtschaft, jetzt zu den Staaten. Die nächste Krise wird die der Währungen sein, jener Scheine und Münzen, die wir täglich beim Einkaufen aus der Tasche ziehen.

Kommentare (44)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

donolli

10.08.2011, 13:01 Uhr

Endlich mal ein paar ehrliche Worte seitens des Handelblattes!Nur eines wurde vergessen, wenn es zu dem Szenario kommt, verliert Geld wie so schon so oft seine Tauschfunktion und Gold wie dann bewerten? Wichtig ist das in solch einer Situation sollte man eigen landwirtschaftliche Fläche haben. Denn wir brauchen alle Brot und Wasser und das zu sichern für seine Familie idst das Gebot der Stunde! Nicht Mauern und Steine sondern fertiler Boden!

Brandeis

10.08.2011, 13:09 Uhr

Eine Frage: Einerseits bezeichnen Sie Gold als alternative Währung, die ihren AAA-Status nie verlieren kann. Andererseits sind Sie bereit, wenn die Menschen in U-Bahnen in den Goldrausch geraten sind, sich vom Gold zu trennen. Um dann was zu erhalten? Papiergeld, von dem Sie nicht überzeugt sind? Wenn Sie das Finanzsystem mit seinen momentanen Geldscheinen vor dem Kollaps sehen, kann dies für Sie doch keine Möglichkeit sein. Danke für eine Antwort.

Schlaumeier

10.08.2011, 13:30 Uhr

In der Vergangenheit habe ich über Ihre Goldempfehlungen nichts gelesen. Schreiben Sie doch vielleicht im Handelsblatt, wann Sie sich vom Gold trennen und in was Sie tauschen. Aber nicht zu früh verkaufen. Sonst ergeht es Ihnen wie George Soros. Der hat schon lange verkauft und wahrscheinlich in Aktien getauscht. Demnächst lesen wir dann auf welchen "fetten" Gewinnen er sitzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×