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27.11.2013

19:31 Uhr

Wertsteigerung

Bitcoin knackt 1000-Dollar-Marke

Die virtuelle Währung Bitcoin ist erstmals mehr wert als 1000 Dollar. Der immense Wertanstieg ist vor allem Spekulanten zu verdanken, die derzeit große Mengen an Bitcoins aufkaufen.

Digitalwährung: Bitcoins können im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. ap

Digitalwährung: Bitcoins können im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden.

Der Kurs der virtuellen Währung Bitcoin hat am Handelsplatz Mt. Gox erstmals die Marke von 1000 Dollar geknackt - getrieben von Spekulanten, die angesichts der zunehmenden Akzeptanz die virtuellen Währung aufkaufen.
Bitcoins, die über ein frei zugängliches Software-Programm existieren und in keinem Land und durch keine Bankenaufsicht reguliert sind, kletterten am Mittwoch auf bis zu 1044 Dollar. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs um mehr als das 80-Fache. Grund für die Rally ist das zunehmende Interesse von Anlegern in China und den USA, während immer mehr Händler Bitcoins akzeptieren. Mittlerweile kann mit ihnen im Internet alles Mögliche bezahlt werden - von Gummibärchen bis zu Studiengebühren.

„Meilensteine vermitteln tendenziell eine gewisse Validierung, selbst wenn sie absolut willkürlich sind“, schrieb Nicholas Colas, Chef-Marktstratege von ConvergEx Group in einer E-Mail. „1000 Dollar für einen Bitcoin zieht Aufmerksamkeit auf sich und gibt den Leuten, die der Währung gegenüber positiv eingestellt sind, einen weiteren Grund den Schwarzsehern mitten ins Gesicht zu lachen.“

Zugute kam der Krypto-Währung, dass sie sich im Oktober von dem Image einer Währung für illegale Geschäfts lösen konnte. Nach der Schließung der Handelsplattform „Silk Road“, auf der für Drogen, Falschgeld und Hacker-Dienste mit Bitcoin bezahlt wurde, brach der Kurs innerhalb von Tagen zwar um ein Drittel ein. Doch nach der Beseitigung des Stigmas setzten Anleger auf eine breitere Akzeptanz der virtuellen Währung.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Die Erwartung scheint sich zu bestätigen: Bei einer Senatsanhörung in den USA im November sagten Vertreter des Justizministeriums und der Geheimdienste, dass Bitcoins zwar für betrügerische Zwecke genutzt werden könnten - so wie jedes Finanzinstrument -, die virtuelle Währung könne aber auch ein legitimes Zahlungsmittel sein.

Am Mittwoch kurz vor 17 Uhr MEZ kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Mt. Gox 1027,20 Dollar. Auf dem aktivsten Dollar-basierten Handelsplatz Bitstamp notierte die Krypto- Währung bei 963,08 Dollar. Anfang des Jahres kostete ein Bitcoin noch zwischen 12 Dollar und 13 Dollar. Allein in diesem Monat hat sich der Wert der Krypto-Währung in etwa verfünffacht.

Ins Leben gerufen wurden Bitcoins von einem Programmierer oder einer Programmierergruppe, der oder die unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auftrat. Bitcoins entstehen durch die Lösung komplexer Software-Aufgaben, für die leistungsfähige Rechner benötigt werden - das so genannte “Mining”.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

27.11.2013, 19:45 Uhr

Dumm gelaufen für das Bankenkartell, die seit Jahren schon alle Rohstoffe nach Belieben manipulieren. Nun taucht eine Sache auf, die nicht mehr in deren Händen liegt..

Account gelöscht!

28.11.2013, 09:17 Uhr

Die Banken haben damit gar kein Problem. Bitcoins sind kein Geld, sondern eine Ware, die frei handelbar ist. Deshalb ist die Leitwährung immer noch USD.

holyowly

28.11.2013, 10:01 Uhr

Ich würde mal sagen, dass es kein Problem ist, Bitcoin zu manipulieren. M.E. läuft das auch gerade, denn nicht die erhöhte Verwendbarkeit der digitalen Währung treibt den Preis, sondern die Auftreffen von finanzstarken Investoren, die Coins in Mengen aufkaufen und bei hohem Kurs wieder verkaufen. Ich kann mich natürlich irren, aber es ist auffällig, dass seit einigen Tagen bei den Umsätzen 'gerade Linen' in bestimmten Höhen erscheinen. Es werden also bei einem bestimmten Level extrem viele Umsätze in absolut der gleichen Höhe getätigt. Für mich sieht das so aus als gäbe es Kauf- und Verkaufsorders die bereits automatisch laufen und die nur die schwankenden Kursdifferenzen ausnutzen. Da der Coinmarkt relativ klein ist und durch einen Investor eigentlich leicht aus den Angeln gehoben werden kann, ist die Entwicklung wirklich mit Vorsicht zu betrachten.

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