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03.02.2011

12:05 Uhr

Wirbelsturm in Australien

„Yasi“ treibt Rohstoffpreise weiter nach oben

VonLaura de la Motte

Nach der Flutkatastrophe wurde Australien nun von einem Wirbelsturm heimgesucht. Kupferminen mussten geschlossen werden, Ernten wurden zerstört. Das treibt die Preise auf den Rohstoffmärkten. Kupfer kostet erstmals 10.000 Dollar, auch Zucker verteuert sich.

Zerstörte Bananenplantage dpa

Zerstörte Bananenplantage

FRANKFURT. Australien spielt das Wetter übel mit. Nach der Flutkatastrophe brach in der vergangenen Nacht der Wirbelstrum "Yasi" über die Küste von Queensland auf das Land herein. Weil sich in dem Bundesstaat auch Kupferminen befinden, die mit dem Herannahen des Sturms geschlossen wurden, rechnen Analysten mit einem weiteren Ansteig des Kupferpreises. Am Donnerstag schlossen die Betreiber die Kupfer- und Zink-Förderstätten am Mount Isa.

Der Preis für das Metall war in den vergangenen Wochen auf immer neue Rekordstände geklettert und übersprang jetzt erstmals die 10.000-Dollar-Marke. "Ich glaube, es wird zu einem kurzfristigen Preisanstieg bei Kupfer kommen, weil das Angebot verknappt wird", sagte Steve de Kruijff, Analyst bei Xstrata, der Nachrichtenagentur Bloomberg.



Der Wirbelsturm "Yasi" war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde in der Nacht über die Küstengebiete im nordöstlichen Staat Queensland hinweg gefegt. Zehntausende Menschen waren im Vorfeld des Zyklons vor meterhohen Wellen geflüchtet. Bäume wurde entwurzelt, der Strom fiel aus und Dächer wurden abgedeckt.

Der Sturm zerstörte Bananen- und Zuckerrohrplantagen und verursachte allein in der Landwirtschaft nach ersten Schätzungen einen Schaden von Hunderten Millionen australischen Dollar. Bereits die Überschwemmungen im Staat Queensland hatten einen Schaden von derzeit geschätzten 5,6 Milliarden australischen Dollar (4,1 Milliarden Euro) nach sich gezogen.

Die von "Yasi" ausgelösten Zerstörungen haben auch den Zuckerpreis weiter in die Höhe getrieben. Rabobank-Analyst Wayne Gordon schätzt, dass der Zyklon rund 500.000 Tonnen Ernte vernichten konnte. Australien ist weltweit der drittgrößte Zuckerproduzent.

Der Preis für raffinierten Zucker zur Lieferung im März stieg in London um 0,8 Prozent auf 851,50 Dollar je Tonne. An der US-Terminbörse ICE kletterte der Preis für Rohzucker um bis zu 0,9 Prozent auf ein 30-Jahres-Hoch von 35,62 US-Cent je Pfund. "Den größten Schaden hat der Zyklon an der Infrastruktur angerichtet, an Häfen, Fabriken, Brücken, Straßen - und weniger an der Zuckerernte selbst", sagte Volkswirt Sergej Gudoshnikow von der Internationalen Zuckerorganisation (ISO).

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