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08.12.2011

07:57 Uhr

Worst-Case-Planung

Schweiz bereitet sich auf Euro-Kollaps vor

VonHolger Alich

Der Franken gilt als sicherer Hafen. Regierung und Notenbank wollen aber im Falle eines Euro-Crash eine Anlegerflucht in die Schweiz verhindern - notfalls auch mit Negativzinsen und Kapitalverkehrskontrollen.

Die Schweizer Regierung trifft Vorkehrungen für ein böses Ende der Euro-Krise. dpa

Die Schweizer Regierung trifft Vorkehrungen für ein böses Ende der Euro-Krise.

ZürichDie Schweiz bereitet Notfallpläne für den Fall vor, dass die Euro-Krise eskaliert. Die Regierung wolle vor allem einer Flucht in den Schweizer Franken entgegentreten. In diesem Zusammenhang prüfe eine Arbeitsgruppe auch Negativzinsen und Kapitalverkehrskontrollen, sagte die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf gestern im Parlament. Bei Negativzinsen werden Vermögen von Ausländern in Franken mit einer Strafsteuer belegt.

"Wir sind selbstverständlich auf mögliche Alternativen vorbereitet", antwortete Widmer-Schlumpf auf Fragen von Abgeordneten, wie die Regierung reagieren wolle. Zu Kapitalverkehrskontrollen oder Negativzinsen sagte sie: "Das sind Fragen, die in dieser Task-Force zur Franken-Stärke geprüft werden."

Die Währung gilt als sicherer Hafen

In der Arbeitsgruppe sitzen Vertreter des Finanzministeriums, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Finanzaufsicht Finma. Die Ministerin selbst verwies aber darauf, dass andere Länder mit Kapitalverkehrskontrollen und Negativzinsen "nicht nur gute Erfahrungen" gemacht haben.

Dank gesunder Staatsfinanzen und einer erfolgreichen Exportwirtschaft gilt die Währung der Schweiz weltweit als sicherer Hafen. Daher hat der Franken im Zuge der Euro-Krise deutlich aufgewertet. Doch dies droht die Schweizer Exportindustrie zu erwürgen. In Euro gerechnet sind die Lohnstückkosten in der Schweiz stärker gestiegen als in Griechenland.

Um der Aufwertung Einhalt zu gebieten, hatte die Notenbank im September eine Franken-Untergrenze von 1,20 Franken je Euro verkündet. Das gewagte Manöver hat bis dato Erfolg, derzeit tendiert der Franken bei 1,23 Franken je Euro.

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

08.12.2011, 08:03 Uhr

"Dank gesunder Staatsfinanzen und einer erfolgreichen Exportwirtschaft gilt die Währung der Schweiz weltweit als sicherer Hafen."

Das hätten wir mit der Deutschen Mark auch haben können. Aber uns verkauft man den Euro als Heilsbringer.
Seltsam, dass die Briten und die Schweizer dieses Heil anscheinend nicht als solches betrachten.

Account gelöscht!

08.12.2011, 08:12 Uhr

Die Schweiz bereitet sich nicht auf einen Kollaps vor, das wuerde bedeuten ein Kollaps wuerde unwiderruflich bevorstehen - die Schweiz spielt wie auch fast jeder andere Staat und Anleger ein Szenario durch - was waere wenn - . Man sollte den Ball doch etwas flacher halten!

karstenberwanger

08.12.2011, 08:13 Uhr

Tja so ist das, hätten wir Schweizer Politiker in Deutschland, so wäre das Volk wenigstens ein bisschen vertreten gewesen, wir hätten unsere DMark und vielleicht sogar halbwegs normale Politik in diesem Land. Naja wir haben SPD, CDU, FDP, Grüne und wie sie sich alle nennen... Parteien die längst allesamt für den Betrug an 80 Millionen Menschen im Knast sitzen müssten.

Übrigens...was heisst möglicher Euro-Kollaps? Wer die NAchrichten etc. mal verfolgt der weiss längst dass die MEnschen mental darauf vorbereitet werden. Noch vor kurzer Zeit war es undenkbar von Staatsbankrotten oder Euro-Kollaps zu sprechen. Und jetzt??? Also das böse Ende kommt 100% egal was die auf ihren dauernden Gipfelrennen besprechen...das ist lediglich Gefasel um die Märkte für kurze Zeit zu beruhigen. Der Kollaps ist jedoch längst da...den Totenschein hat nur noch keiner ausgestellt und den dazugehörigen Befund dass alle Bürger infiziert sind und bald ihr blaues Wunder erleben.

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