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14.09.2016

15:36 Uhr

Xetra-Gold

Rekord beim Gold

VonIngo Narat

Gold handeln wie ein Wertpapier: Schnell, bequem und kostengünstig. Statt Barren oder Münzen zu kaufen, wählen viele Anleger einen alternativen Weg. Das zeigt ein Rekord aus Deutschland.

Edelmetalle im Tresor der Deutschen Börse. dpa

Goldbarren

Edelmetalle im Tresor der Deutschen Börse.

FrankfurtDie Marke von 100 Tonnen ist genommen. Es geht um „Xetra-Gold”. Dabei handelt es sich um eine Spezialanleihe, die für den georderten Betrag Gold hinterlegt. Emittent ist die Deutsche Börse Commodities GmbH. Mit dem aktuellen Bestand von über 100 Tonnen ist das Volumen gegenüber dem Jahresanfang um 70 Prozent gestiegen. „Der aktuelle Anstieg ist insbesondere auf die Nachfrage von institutionellen Investoren zurückzuführen“, sagte Steffen Orben, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH.

Für jeden Anteilschein Xetra-Gold wird im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt genau ein Gramm Gold hinterlegt. Die Anleihe verbrieft dem Käufer auch einen Auslieferungsanspruch auf physisches Gold verbrieft. Jedes einzelne Papier räumt dem Investor das Recht ein, von der Emittentin die Lieferung von einem Gramm Gold zu verlangen. Das verwaltete Vermögen der Anleihe hat einen Wert von aktuell 3,8 Milliarden Euro.

Die Goldbarren der Bundesbank – und wo sie liegen

Frankfurt

Lagerort: Deutsche Bundesbank

Anzahl der Barren: 95.364

Gewicht: 1.200 Tonnen

London

Lagerort: Bank of England

Anzahl der Barren: 35.066

Gewicht: 439 Tonnen

New York

Lagerort: Federal Reserve Bank of New York

Anzahl der Barren: 115.431

Gewicht: 1450 Tonnen

Paris

Lagerort: Banque de France

Anzahl der Barren: 24.455

Gewicht: 308 Tonnen

Quelle

Deutsche Bundesbank. Stand: 31.12.2014 (veröffentlicht am 7.10.2015)

Im September 2015 hatte der Bundesfinanzhof bekannt gegeben, dass Gewinne aus der Veräußerung oder Einlösung von Xetra-Gold nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr nicht unter die Abgeltungssteuer fallen. Somit sind der Erwerb und die Einlösung oder der Verkauf steuerlich wie ein unmittelbarer Erwerb und unmittelbarer Verkauf physischen Goldes zu beurteilen – also beispielsweise wie Goldbarren oder -münzen.

In Deutschland gibt es ähnliche Produkte wie etwa „Euwax Gold” an der Börse Stuttgart, ebenfalls mit Auslieferungsoption, allerdings mit fünf hinterlegten Tonnen Gold weit kleiner. Andere Anbieter sind ETF Securities, Blackrock, die Deutsche Bank oder Source. Diese Papier bieten für manche Goldinteressierte Vorteile, weil die Anleihen schnell und kostengünstig handelbar sind. Der Kauf und Verkauf von physischem Metall in Form von Barren oder Münzen ist dagegen aufwendiger. Das kommt eher für langfristige Investoren in Frage.

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Deutschland spielt im Geschäft mit solchen Gold-Wertpapieren aber nur eine Nebenrolle. Weltweit haben diese Produkte mehr als 2000 Tonnen Gold eingelagert. Fast die Hälfte dieser Menge steckt in einem einzelnen Goldprodukt aus den USA.

Interessant sind diese Anlagen auch für Analysten. Wachsende und schrumpfende Bestände gaben bisher gute Hinweise auf die Investorenstimmung am Goldmarkt. Während der Hausse ab Beginn des Jahrtausends wuchs das Volumen, während der Talfahrt der vergangenen Jahre schrumpfte es. Die Goldpreiswende nach oben in diesem Jahr ist auch von steigenden Volumina in den Goldpapieren unterlegt. Insoweit passt auch der Rekord bei Xetra-Gold ins globale Bild.

Kommentare (2)

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Herr Heiko Klein

14.09.2016, 16:33 Uhr

Jetzt ist es aber so, dass es knapp 80 mla soviel papiergold wie reales Gold gibt. Wenn eine Firma jetzt 10 t Papiergold gedruckt hat, der preis steigt, udn ein paar wollen jetzt reales Gold zuhause haben, zahlen die eine gebühr und bekommen ihr Gold. Jedenfalls so die ersten 2%. Danach ist die Firma pleite und alles Papiergold futsch. Natürlich könnten die Leute versuchen, ihr Papiergold zu verkaufen, nur ob dass dann noch jemand will...jeder will nurnoch reales Gold...angeblich das gleiche, aber dann doch nicht. Solange alle dran glauben, passiert nichts. Sobald der erste Stein rollt, kann man das nicht mehr aufhalten

Frau Kerstin Muhra

14.09.2016, 16:52 Uhr

Gab es da nicht im August schon Probleme bei der physischen Auslieferung bei Deutsche Bank Kunden? Mußte die Deutsche Börse AG nicht schon einspringen?
Für mich ist der physische Besitz durch nichts zu ersetzen. Wie ist doch gleich die Performance seit dem 1.1.2000 bis zum jetzigen Zeitpunkt? - Sie beträgt mehr als
+ 300 %! Auch beim Silber beträgt sie bereits mehr als + 200 %!
Und was haben DAX-Werte seit damals geschafft? - Lächerliche +53 %

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