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12.08.2015

18:05 Uhr

Yuan auf Talfahrt

China-Ängste schicken Rohstoffmärkte in den Keller

VonJürgen Röder

Es ist das, was die Welt nicht braucht: Ein fallender Yuan zieht die Märkte weltweit ins Minus. Und hat auch jenseits der Aktienmärkte heftige Turbulenzen ausgelöst. Bei vielen Rohstoffen gibt es Preisstürze.

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DüsseldorfNach der Abwertung durch die chinesische Zentralbank hat der Yuan am heutigen Dienstag erneut an Wert verloren. Nachdem die Währung auf ein Vierjahrestief gefallen war, musste die Notenbank intervenieren – und wies die staatseigenen Banken an, Dollarreserven zu verkaufen, um den Yuan-Kurs zu stabilisieren. Am Ende setzte die Notenbank den Referenzkurs nur noch 1,6 Prozent schwächer als noch am Dienstag.

Ein regelrechter Währungskrieg im Sinne einer Abwertung ohne Gnade ist das nicht, obwohl der Begriff derzeit wieder in aller Munde scheint. Dennoch sind die Märkte unsicher, wohin die Reise gehen wird. So gingen am Mittwoch nicht nur die wichtigsten Börsen, allen voran der Dax, in die Knie, sondern auch die Preise von einigen Rohstoffen.

Einen schwachen Yuan können beispielsweise globale Hersteller von Stahl und Aluminium überhaupt nicht gebrauchen: Denn der vergrößert die Exportflut des weltweit größten Produzenten, weil die Preise dadurch billiger werden. Zumal die Lieferung von Stahl und Aluminium aus China, das in allen Produkten vom Kühlschrank bis zum Wolkenkratzer steckt, dieses Jahr bereits ein Rekordhoch erreicht hat – und das trotz einer schwächelnden Wirtschaft.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Und die deutliche Abwertung des Yuan durch die Zentralbank macht diese Rohstoffe preiswerter – und die Sorgen der Wettbewerber größer, die mit den Preisverfall zu kämpfen haben. Entsprechend hat der Preis für Aluminium ein neues Sechsjahrestief erreicht. Unter 1.600 Dollar für eine Tonne, so niedrig war Preis nur während der Finanzkrise 2009, als die Nachfrage nach dem Leichtmetall deutlich zurückging.

Denn China ist bei dem Leichtmetall der große Player: Von den mehr als 53 Millionen Tonnen Aluminium, die im vergangenen Jahr weltweit erzeugt wurden, hat das Land einen Anteil von 52 Prozent. Und hat in den ersten sieben Jahren seine Exportanteil um 28 Prozent auf 2,87 Millionen Tonnen gesteigert. Experten rechnen damit, dass diese Exporte kontinuierlich ansteigen werden.

Doch nicht nur die Rohstoffe, die in China hergestellt werden, rutschten auf neue Mehrjahrestiefstände. Sondern auch die diejenigen Basismetalle, die vom Reich der Mitte nachgefragt werden. Beste Beispiele: Nickel und Kupfer.

Aus Furcht vor einer geringeren Nachfrage aus China haben Anleger am heutigen Mittwoch Nickel panikartig verkauft. Der Preis für dieses zur Stahl-Herstellung benötigte Metall stürzte um bis zu 15,4 Prozent ab. Das ist der größte Kursrutsch seit vier Jahren. Terminkontrakte zu Lieferung in drei Monaten fielen auf 10.545 US-Dollar – so billig wie zuletzt während der Turbulenzen im Anschluss an die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

12.08.2015, 20:19 Uhr

Machen wir uns nichts vor: Rohstoffmärkte von heute sind nicht mehr Rohstoffmärkte von ehedem.
An zusehends erhitzter wirkenden Rohstoffmärkten, wg neuer Marktteilnehmer zb, mag man nervös reagieren.
Das dürfte allerdings an der klug wirkenden, nicht nur wirtschaftspolitischen, Entscheidung zu Abwertung wenig ändern.
Entsprechend hatten auch IMF und EU auf dieses wirtschaftspolitische Signal, das mehr konjunkturpolitische Entspannungsmomente zu bergen scheint, als es auf einen ersten Blick hinzudeuten scheint, reagiert, glaubt man entsprechenden Verlautbarungen.
Jedenfalls sollte man sich von den "Herren von Fliegen" nicht von wirtschaftspolitisch längerfristig richtigen Überlegungen abhalten lassen müssen.
So gesehen wirkt das Abwertungsszenario fast so wie ein "Dampf aus dem Kessel lassen", um ohnehin überhitzt wirkende Märkte nicht weiter aufzuheizen.

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