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24.05.2011

15:54 Uhr

Zahl des Tages

Ärgernis Ölpreis

VonMarvin Milatz

In anderthalb Jahren soll der Ölpreis bei 140 US-Dollar liegen, schätzt Goldmann Sachs. Ob sich das an der Tankstelle bemerkbar macht? Muss nicht sein.

...Dollar soll ein Fass Nordseeöl vom Typ Brent laut Goldman Sachs in 18 Monaten kosten - 30 Prozent mehr als momentan.

...Dollar soll ein Fass Nordseeöl vom Typ Brent laut Goldman Sachs in 18 Monaten kosten - 30 Prozent mehr als momentan.

Auf 140 US-Dollar soll der Preis für ein Fass Nordseeöl vom Typ Brent in den kommenden 18 Monaten zulegen, prognostiziert die US-Investmentbank Goldmann Sachs heute. Das sind fast 30 Prozent oder 30 Dollar mehr als im Moment – und viele Autofahrer fürchten, dass die Spritpreise dann weiter steigen.

Derzeit kostet jeder Liter Rohöl aus der Nordsee im Einkauf umgerechnet 48 Cent. Stimmt die Einschätzung von Goldmann Sachs, dann kletterte der Preis im nächsten Jahr auf über 60 Cent. Der Staat schlägt allerdings auf jeden Liter Sprit heute schon 66 Cent Mineralölsteuer drauf, und noch mal 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Gesamtpreis. Heißt: Steuern beeinflussen den Tankpreis weitaus mehr als der Rohstoff selbst. Das ist für alle, die sich wegen des Ölpreisanstiegs sorgen, eine beruhigende Botschaft. 30 Prozent Mehrkosten beim Öl schlagen an der Zapfsäule mit gerade man sechs bis acht Prozent Preisanstieg durch.

Für Autofahrer kann die Sache sogar noch glimpflicher ausgehen. Wenn nämlich der Dollar an Wert gegenüber dem Euro verliert, dann verpufft ein weiterer Teil des Preisanstiegs bereits durch den Währungsgewinn beim Einkauf. Die Rechnung ist simpel: Steigt der Ölpreis von 110 auf 140 US-Dollar, und sinkt derweil der Dollarkurs um 20 Prozent, dann ist der Mehrpreis für Euro-Tanker völlig futsch. Ganz so dramatisch wird der angeschlagene Euro zwar nicht aufwerten. Aber dass der Dollar an Wert einbüßt, ist angesichts der US-Schuldenmisere jedenfalls nicht ganz unwahrscheinlich.

Und schließlich könnte es ja auch noch sein, dass die Goldman-Sachs-Prognose gar nicht stimmt. Was immer die Ökonomen nämlich modellieren, um den Ölpreis einzuschätzen – letztlich steht all das unter einem doppelten politischen Vorbehalt: Erstens der Förderpolitik des Öl-Kartells OPEC, die den Preis weitgehend in der Hand hat. Und zweitens der Stabilität des Nahen Ostens. Kurz gesagt: Blebt es ruhig in Arabien und die Scheichs erhöhen die Förderung, dann bleibt der Sprit billig. Brennen dagegen bald im Jemen die Quellen und steuert die OPEC nicht gegen, dann wird es an der Tanke richtig teuer. Steuern hin oder her.

Kommentare (1)

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genugdavon

25.05.2011, 09:48 Uhr

woher die analysten von goldman sachs das wissen? tun sie nicht. sie manipulieren nur die märkte damit...um sich selbst die taschen voll zu machen. legt denen endlich das handwerk!

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