Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.10.2014

10:46 Uhr

Zahlen zu Ölreserven erwartet

US-Lager immer voller – Ölpreis fällt weiter

Auf dem Weltmarkt gibt es zu viel Rohöl. Die Lager in den USA sind randvoll. In dieser Woche werden neue Zahlen zu den Ölreserven erwartet – die Preise sinken schon vorher.

Niedrige Spritpreise

US-Fracking macht deutsche Autofahrer glücklich

Niedrige Spritpreise: US-Fracking macht deutsche Autofahrer glücklich

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Singapur Die Ölpreise bleiben auch am Dienstag unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 85,60 US-Dollar. In den vergangenen drei Monaten ist der Ölpreis um 20 Prozent gefallen.

Die Aussicht auf einen weiteren Anstieg der US-Ölreserven habe die Preise gedrückt, hieß es bei Händlern. Die Reserven der größten Volkswirtschaft der Welt dürften demnach um 3,8 Millionen Barrel auf 381,5 Millionen Barrel steigen. Die US-Regierung will die Daten zu den Lagerbeständen am Mittwoch veröffentlichen. Bereits am Dienstag wird das private American Petroleum Institute in Washington eigene Lagerdaten vorlegen, die als Indikator für die offiziellen Daten gelten.

„Es wird offensichtlich, dass die Marktsättigung auf einem Rekordniveau angelangt ist. Dieser Überschuss muss erstmal abgebaut werden“, sagte Chefstratege Michael McCarthy von CMC Markets in Sydney. Bei der Opec gebe es durchaus die Erwartung einer bevorstehenden Produktionskürzung: „Aber es bleibt die Frage, ob sie tatsächlich befolgt wird oder nicht“, sagte McCarthy.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

Was für Spekulanten an den Finanzmärkten negativ ist, muss für die Wirtschaft aber nicht schlecht sein. Billiges Öl kommt den meisten Ländern zugute: Einem Modell der Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge lässt ein zehnprozentiger Preisrückgang die weltweite Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent steigen. Je günstiger das Rohöl, desto weiter sinken die Produktionskosten vieler Industrieunternehmen. Verbraucher haben mehr Geld zum Ausgeben über, weil sie Sprit- und Heizkosten sparen.

Am Montag hatte Goldman Sachs seine Prognose angepasst. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI werde im kommenden Jahr auf 75 Dollar fallen, erklärten die Experten um Jeffrey Currie in ihrer Studie mit dem Titel „The new oil order“. In ihrer vorherigen Schätzung waren sie noch von 90 Dollar ausgegangen. Die Prognose für die Sorte Brent senkten sie auf 85 Dollar, nach zuvor 100 Dollar je Barrel.

„Die Opec wird die Produktion in den kommenden Monaten nicht deutlich senken“, hieß es in der Studie von Goldman Sachs. Das Ölkartell verliere an Einfluss und müsse um Markanteile kämpfen. Deshalb seien die Opec-Staaten bereit, die Produktion hoch zu halten und einen niedrigeren Preis zu akzeptieren.

Konkurrenz für die Opec kommt in erster Linie aus den USA. Die Amerikaner haben ihre Produktion in den vergangenen Jahren massiv hochgefahren, sie erreicht inzwischen den höchsten Stand seit 30 Jahren. Im kommenden Jahr könnten die Vereinigten Staaten rund 12 Millionen Barrel pro Tag produzieren – und damit zum größten Ölförderer der Welt aufsteigen.

Kommentare (38)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Maiser

28.10.2014, 08:58 Uhr

Don´t mess with Texas!

Herr Paul Müller

28.10.2014, 10:05 Uhr

Da liegt Deutschland mit seiner schweineteuren "Energiewende" wohl voll im Trend...

Herr Theo Gantenbein

28.10.2014, 10:17 Uhr

Zwar erzählen die Ökos uns immer, dass Öl und Gas nie mehr billig würden - aber da liegen sie falsch!

Momentan frackt nämlich nur die USA und Kanada. Überall auf der Welt gibt es aber noch riesige Vorräte von frackbaren Vorkommen. Wenn erstmal Russland und China mit Fracking anfangen, haben wir ÖL und Gas ohne Ende!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×