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03.01.2011

07:52 Uhr

Zentralbank sieht Vorteile

China will Inflation mit langsamer Yuan-Aufwertung bekämpfen

VonFinn Mayer-Kuckuk, Frank Sieren

Angesichts zunehmender Teuerung erkennt China den Nutzen einer stärkeren Landeswährung. Eine gleichmäßige Aufwertung habe viele Vorteile für die chinesische Wirtschaft, meint der Chef der Zentralbank. Experten erwarten für 2011 einen Anstieg des Yuan-Wechselkurses um bis zu acht Prozent.

Yuan-Noten: Weil die Inflation zunimmt, soll der Außenwert steigen. Reuters

Yuan-Noten: Weil die Inflation zunimmt, soll der Außenwert steigen.

PEKING. Die chinesische Zentralbank bereitet eine Aufwertung der Landeswährung Yuan vor. "Wir werden uns auf den Erhalt der Preisstabilität konzentrieren", sagte Notenbankchef Zhou Xiaochuan am Freitag. Eine Steigerung des Yuan-Außenwerts würde die Importpreise dämpfen und es der Zentralbank erleichtern, die Inflation zu bekämpfen.

Ostasien ist im Jahr vier nach Ausbruch der Wirtschaftskrise mit Liquidität aus Konjunkturprogrammen überschwemmt. Dazu kommen im Falle Chinas erhebliche Exporteinnahmen. Um den Kurs des Yuans niedrig zu halten, muss die Zentralbank Fremdwährungen aufkaufen und im Inland dafür neues Geld ausgeben - im Ergebnis ist die Inflation in China auf mehr als fünf Prozent gestiegen, was die Verbraucher verärgert und für politischen Unfrieden sorgen kann. Den landesweiten Unruhen von 1989, die auf dem Platz des Himmlischen Friedens blutig niedergeschlagen wurden, war eine Teuerungsrate von mehr als 30 Prozent vorausgegangen.

Experten erwarten nun eine Anhebung des Yuan-Kurses zum Dollar um bis zu acht Prozent im Jahresverlauf 2011. "China würde von einer Aufwertung profitieren, weil die Importe preiswerter würden", sagt Stephen Green von der Großbank Standard Chartered in Shanghai. Green meint, dass der Dollar von derzeit 6,60 auf 6,20 Yuan abwertet. "Diese Vorhersage liegt über der Markterwartung", sagt der Ökonom. Er hält diesen Wert jedoch aus Sicht der chinesischen Exporteure für verkraftbar.

Der Yuan ist an den Dollar gebunden und kann seinen Außenwert nur innerhalb eines Handelsbandes zu einem Währungskorb aus Dollar, Euro und weiteren Devisen verändern. Peking will damit stabile Bedingungen für die eigene Industrie schaffen. Im Dezember hatte die kontrollierte Aufwertung mit einem Plus von 1,16 Prozent deutlich an Schwung gewonnen. "Gleichmäßige Aufwertungen haben viele Vorteile für die chinesische Wirtschaft", schrieb Sheng Songcheng, Direktor der Statistikabteilung der Zentralbank. Die Aufwertung des Yuans im Jahr 2010 um rund 3,5 Prozent habe die Importe um 0,3 Prozent gesteigert und den Export um 0,6 Prozent gedrückt. Zusammen bewirke dies eine Verringerung des chinesischen Außenhandelsüberschusses um sechs Prozent.

Die fortgesetzte Dollar-Bindung der chinesischen Währung stößt auf Kritik aus den USA. Die Regierung Obama sieht im niedrigen Yuan-Wechselkurs eine Ursache für die hohe Arbeitslosigkeit im eigenen Land. Wenn der Yuan niedrig steht, kosten chinesische Waren in den USA weniger. Washington fordert daher eine komplette Freigabe des Yuan-Wechselkurses. China wiederum warnt vor katastrophalen Auswirkungen auf das eigene Wachstum, wenn die eigene Währung plötzlich zum Spielball für Großinvestoren wird. Die Exportindustrie des Landes arbeitet zum Teil mit hauchdünnen Margen.

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