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01.02.2007

10:15 Uhr

Zentralbank überprüft Bindung an Dollar

Emirate schichten Reserven in Euro um

VonChristoph Rabe

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) schichten einen Teil ihrer Devisenreserven vom US-Dollar in den Euro um. „Wir zollen damit der wachsenden Bedeutung des Euro-Raums Tribut“, sagte der Zentralbank-Gouverneur der VAE, Sultan Nasser Al Suwaidi, dem Handelsblatt in Abu Dhabi.

ABU DHABI. Bislang halten die VAE zwei Prozent ihrer auf 25 Mrd. Dollar geschätzten Reserven in Euro. Bis September dieses Jahres sollen die Euro-Reserven zehn Prozent erreichen. Dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, deutete Al Suwaidi ebenfalls an. „Wenn die Investitionen der VAE in Europa weiter steigen, werden die Board-Mitglieder der Zentralbank die Lage erneut überprüfen.“

Die VAE haben bereits einige Beteiligungen in Europa erworben. So hat die Dubai International Capital eine Milliarde Dollar in ein Aktienpaket von Daimler-Chrysler investiert und die Doncaster Group, einen Hersteller von Systemen und Komponenten für die Luftfahrt, Automobilindustrie und Medizintechnik in England, übernommen. Al Suwaidi schließt ein Engagement in hochspezialisierten mittelständischen Unternehmen in Deutschland nicht aus. Er erwähnte vor allem den Sektor Präzisionsinstrumente. „Wir zögern etwas, in alte Unternehmen zu investieren. Wir schauen uns lieber die jungen an. Das ist lukrativer.“

Die stärkere Konzentration auf Europa geht einher mit Überlegungen, die Koppelung des emiratischen Dirham und anderer Währungen der Golfstaaten an den US-Dollar aufzugeben. Erste Spekulationen, dass der Dollar durch einen Währungskorb ersetzt werden könnte, trat Al Suwaidi Mitte Januar los. „Wir müssen unsere Handelsströme genau analysieren“, sagte der Zentralbankgouverneur jetzt dem Handelsblatt. „Im Moment müssen wir die Bindung nicht lösen. Aber eine Entscheidung darüber liegt nicht in der Hand eines einzelnen Mitglieds des Golf-Kooperationsrates“.

Al Suwaidi kündigte an, dass die Frage der Dollar-Anbindung Thema des nächsten Treffens der Zentralbankchefs der sechs GCC-Mitglieder – Saudi Arabien, VAE, Oman, Bahrein, Katar und Kuwait – im März in Riad sein werde. In den Golfstaaten hat bislang nur Kuwait seinen Dinar an einen Währungskorb gebunden. Der Dinar kann in einer Bandbreite von 3,5 Prozent um einen Referenzkurs schwanken und wurde kürzlich gegenüber dem Dollar aufgewertet.

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