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02.03.2011

17:33 Uhr

Zinsspekulation

Euro legt deutlich zu

Zinsspekulationen haben den Euro am Mittwoch angetrieben. Die europäische Währung gewann gegenüber dem Dollar fast einen US-Cent.

Zinsspekulationen haben den Euro am Mittwoch angetrieben. Quelle: Reuters

Zinsspekulationen haben den Euro am Mittwoch angetrieben.

Einen Tag vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) kletterte die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,3870 Dollar und notierte damit rund einen US-Cent höher als am Vorabend.

An den Finanzmärkten wird seit längerem erwartet, dass es zuerst in der Euro-Zone und dann erst in Amerika eine Zinserhöhung geben wird. Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Inflationsraten gebe es die Erwartung, dass sich die Rhetorik von EZB-Chef Jean-Claude Trichet diesbezüglich am Donnerstag verschärfen könnte, urteilte die NordLB in einem Marktkommentar. „Der Euro wird keinen deutlichen Rückzug antreten, da die EZB im Gegensatz zur US-Notenbank wahrscheinlich einen sehr hawkishen Ton anschlagen wird“, meinte auch Stratege Sean Callow von der Westpac Bank. Neue Nahrung bekamen die Spekulationen um einen Wechsel der Geldpolitik in der Eurozone vor allem durch sinkende Arbeitslosenzahlen in Deutschland und eine erhöhte EWU-Verbraucherpreisinflation, kommentierten die Analysten der Helaba.

Höhere Zinsen machen Anlagen in der jeweiligen Währung attraktiver, weswegen der Dollar zum Euro Strategen zufolge ins Hintertreffen geraten ist. Der führende US-Notenbanker Thomas Hoenig bekräftigte am Mittwoch seine Forderung nach einer drastischen geldpolitischen Wende. Notenbankchef Ben Bernanke hatte sich einen Tag zuvor etwas optimistischer zur Wirtschaftserholung geäußert, jedoch nicht die Bereitschaft zu schnellen Zinserhöhungen erkennen lassen.

Der US-Devise half auch nicht, dass die US-Privatwirtschaft im Februar mehr neue Stellen geschaffen hat als erwartet. Die Erwartungen seien bereits sehr hoch gewesen, sagten die Analysten von Societe Generale. Der Dollar-Index, der einen Korb von sechs großen Währungen abbildet, fiel um 0,6 Prozent. Wegen des Rufs als sicherer Anlagehafen zogen die Investoren angesichts der politisch instabilen Lage in Libyen den Schweizer Franken vor: Der Dollar fiel zur Schweizer Devise auf ein Rekordtief von 0,9227 Franken.

Auch die Bundesanleihen profitierten Strategen zufolge weiter von der Unsicherheit durch die Proteste in der arabischen Welt. Allerdings machten die Spekulationen auf steigende Zinsen die Kursgewinne des Bund-Future zunichte: Der Kontrakt notierte mit rund 124 Zählern unverändert.

Nicht schlecht verlief die Auktion portugiesischer Anleihen nach Einschätzung von Experten: Bei der Ausgabe von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs und zwölf Monaten traf die Regierung in Lissabon auf eine solide Nachfrage und musste kaum mehr Zinsen zahlen als im vergangenen Monat.

Von

rtr

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