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27.09.2013

17:04 Uhr

Zollfreigebiet Shanghai

China legt Plan für erstes Zollfreigebiet vor

China will den Wechselkurs seiner Währung teilweise freigeben. Im geplanten Zollfreigebiet Shanghai soll der Yuan frei gehandelt werden. Eine Lockerung der Internetzensur ist in den Regierungsplänen nicht enthalten.

Der Wert des Yuan wird momentan nicht wie bei anderen Währungen üblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. dpa

Der Wert des Yuan wird momentan nicht wie bei anderen Währungen üblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

ShanghaiChina hat die konkreten Pläne für das erste Zollfreigebiet der Volksrepublik vorgelegt. Wie der Staatsrat am Freitag mitteilte, soll in der Zone erstmals der Wechselkurs des chinesischen Yuan freigegeben werden. Auch sollen erstmals vom Markt festgelegte Zinssätze getestet werden. Investitionen ausländischer Unternehmen sollen im Zollfreigebiet erleichtert werden. Nicht enthalten ist in den Regierungsplänen jedoch eine Lockerung der Internetzensur.

Das Zollfreigebiet soll ab 1. Oktober gelten, zahlreiche Maßnahmen sind auf zunächst drei Jahre begrenzt. Eingeweiht werden soll die 29 Quadratkilometer große Zone in der Wirtschaftsmetropole Shanghai, die unter anderem den internationalen Flughafen sowie einen Tiefwasserhafen umfasst, chinesischen Medienberichten zufolge allerdings schon am Sonntag. Gelockert werden sollen Vorschriften vom Bankensektor bis hin zur Kulturbranche.

Das Zollfreigebiet gilt als wichtiges Element für die Bemühungen der seit diesem Jahr amtierenden Regierung von Ministerpräsident Li Keqiang, seine Wirtschaft weiter zu öffnen. Es erlaubt der Regierung, eine weitere Liberalisierung auf kleinstem Gebiet zu testen. „Es ist politisch klug, ein Pilotprojekt in einer kleinen und eingeschränkten Zone zu testen, denn die chinesischen Behörden wollen die potenziellen Risiken einschränken“, erklärten Analysten der ANZ-Bank am Freitag.

Steckt die Welt im Währungskrieg?

Warum hat der Euro an Wert gewonnen?

Der Höhepunkt der Euro-Krise im Jahr 2012 war ein Tiefpunkt für den Euro. Der Wechselkurs fiel bis auf 1,20 Dollar. Seitdem hat sich die europäische Währung wieder erholt. Aktuell notiert sie bei 1,35 Dollar.
Für Europas obersten Währungshüter, EZB-Chef Mario Draghi, ist klar: „Die Aufwertung ist ein Zeichen der Rückkehr des Vertrauens in den Euro.“ Dazu kam die sehr lockere Geldpolitik in Japan und den USA: Die dortigen Notenbanken öffneten ihre Geldschleusen extrem weit, machten damit ihre Währungen billig. Das funktioniert so: Investoren verkaufen Wertpapiere in Dollar oder Yen (zum Beispiel an die Zentralbank, die sie ihnen mit frisch gedrucktem Geld abnimmt) und kaufen stattdessen welche in Euro. Als Konsequenz ändern sich die Wechselkurse - die „Preise“ für Währungen, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln.

Welche Ziele verfolgen die Notenbanken in den USA und Japan?

Draghi ist überzeugt: Es geht nicht um einen „Währungskrieg“ oder einen Wettlauf um die billigste Währung. Vielmehr seien die aktuellen Wechselkursbewegungen ein Nebeneffekt der diversen Bemühungen, die Wirtschaft anzuschieben. Allerdings ist der Ansatz der Notenbanken teils völlig verschieden: Während Preisstabilität vorrangiges Ziel der EZB ist, hat die US-Notenbank Fed explizit einen doppelten Auftrag: Stabile Preise und möglichst hohen Beschäftigungsstand. „Man löscht dann dort eben das Feuer, das am heißesten brennt“, erklärt Commerzbank-Notenbankexperte Bernd Weidensteiner. In Japan übte die Regierung massiv Druck auf die Notenbank aus, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen - ein fatales Signal, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann meint: Die Unabhängigkeit der Zentralbank sei essenziell.

Wie reagiert die Europäische Zentralbank?

EZB-Präsident Draghi erklärte, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge. In einen „Währungskrieg“ will sich die EZB aber bisher nicht hineinziehen lassen - auch weil geldpolitische Schritte zur gezielten Euro-Abwertung Reformen der Krisenstaaten bremsen könnten. „Bei einem Krieg gibt es immer nur Verlierer“, sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen dem „Handelsblatt“. „Wenn andere Notenbanken einen anderen Weg gehen, müssen wir dem nicht automatisch folgen.“

Wer profitiert von einem starken Euro?

Für Verbraucher in Deutschland bringt ein starker Euro mehrere Vorteile: Urlaubsreisen in ferne Länder werden tendenziell günstiger, ebenso wie der Sprit an der Tankstelle. Tendenziell werden alle importieren Waren günstiger. Auch Unternehmen, die für ihre Produktion Rohstoffe wie Erdöl einführen müssen, können preiswerter einkaufen. Denn diese Rohstoffe werden in Dollar abgerechnet.

Wem schadet ein starker Euro?

Vor allem der deutschen Exportwirtschaft. Seit Sommer 2012 hat der Euro zu vielen Währungen aufgewertet. Waren aus dem Euroraum werden im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, das könnte die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden. Deutsche Maschinenbauer spüren den stärkeren Euro bereits, weil ihre Produkte gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien teurer werden. Doch während sich deutsche Maschinen, Autos und Elektroprodukte auch über guten Ruf und Qualität verkaufen, dürfte der erstarkte Euro vor allem Euro-Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zu schaffen machen. Allerdings bezweifelt EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen, dass das Wechselkursthema entscheidend ist für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder: „Da geht es um Lohnstückkosten, Bürokratiekosten, mangelnde Produktivität und überregulierte Produktmärkte.“

Ist der Euro gegenüber Dollar oder Yen schon überbewertet?

Laut Draghi bewegt sich der Euro in der Nähe seines langfristigen Durchschnittswerts. 2008 hatte der Euro mal beinahe 1,60 US-Dollar gekostet, 2003 weniger als 90 US-Cent. Glaubt man dem „Big-Mac-Index“ des Magazins „Economist“, dann ist der japanische Yen gegenüber Euro und US-Dollar noch unterbewertet. Der Index vergleicht den Preis für den gleichen Burger in verschiedenen Währungsräumen. Demnach kostete der Big Mac in den USA im Januar 4,37 Dollar, im Euroraum 4,88 Dollar, in Japan nur 3,51 Dollar. Bereinigt um die Wirtschaftskraft pro Kopf ist der Burger damit in Japan um 17,1 Prozent zu billig, in der Eurozone aber um 20,8 Prozent zu teuer. In Deutschland kostet der Big Mac übrigens demnach „nur“ 17,7 Prozent mehr als in den USA, in Griechenland aber 28,1 Prozent, in Italien sogar satte 34,6 Prozent mehr.

Nicht genannt hat der Staatsrat am Freitag eine Lockerung der Internetzensur im Zollfreigebiet. Eine Zeitung aus Hongkong hatte berichtet, in der Zone sollten auch Internetseiten wie Facebook oder Twitter zugänglich sein, die in China ansonsten nicht aufzurufen sind.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.09.2013, 17:46 Uhr

es ist möglich, dass uns die Chinesen irgendwann mit einer Goldgedeckten Währung überraschen...

Dann haben sie 20.000 - 30.000t oder mehr Gold gesammelt.

Gute Nacht dann Dollar...

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