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11.06.2011

15:36 Uhr

Zucker-Knappheit

EU-Regulierung sorgt für Bitterkeit am Markt

Süßwarenhersteller sprechen von Engpässen, Händler rationieren den Verkauf: Zucker ist derzeit heiß begehrt. Die EU zwingt Händler zu niedrigen Preisen - auf dem Weltmarkt wird Zucker jedoch zum Luxusgut.

Aus Sicht der Produzenten ist die Zucker-Knappheit „herbeigeredet“. Quelle: dpa

Aus Sicht der Produzenten ist die Zucker-Knappheit „herbeigeredet“.

KölnIn deutschen Supermärkten ist er momentan besonders billig, als Rohstoff dagegen besonders teuer: Der Zucker bereitet Lebensmittelhandel und -industrie seit einiger Zeit Sorgen. Süßwaren- und Getränkehersteller klagen über einen Zucker-Engpass und gestiegene Beschaffungskosten. Und einige Handelskonzerne treten inzwischen auf die Bremse, wenn Kunden größere Mengen Zucker kaufen wollen. Branchenexperten gehen davon aus, dass Zucker in den nächsten Monaten auch für die Verbraucher teurer wird.

In vielen Supermärkten im deutsch-polnischen Grenzgebiet haben die Händler den Zuckerverkauf schon vor Wochen rationiert. Denn wegen der doppelt so hohen Preise in Polen kauften Kunden aus dem Nachbarland teils palettenweise Zucker in deutschen Geschäften.

Doch inzwischen haben einige Handelsunternehmen ihre Abgabe-Beschränkungen auf ganz Deutschland ausgedehnt. „Aufgrund der aktuellen Thematik achtet Kaiser's Tengelmann darauf, dass Zucker nur in den haushaltsüblichen Mengen - fünf bis sechs Verpackungen pro Kunde - abgegeben wird“, sagt eine Sprecherin. „Zudem gibt es derzeit keinerlei Zucker-Sonderangebote.“ Auch die Rewe-Zentrale hat ihre Rewe- und Penny-Filialen eigens darauf hingewiesen, Zucker nur noch in haushaltsüblichen Mengen zu verkaufen. Dabei handelt es sich nach Angaben eines Sprechers um eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil es vereinzelt zu Zucker-Großeinkäufen gekommen sei.

Dass „Otto Normalverbraucher“ jetzt massenweise Zuckerpäckchen hamstert, glauben Branchenkenner indes nicht. Vielmehr deckten sich vor allem Kleinunternehmer wie Gaststätten, Kioske oder Eisdielen statt im Großhandel häufiger in Supermärkten mit günstigem Zucker ein. Seit vergangenem Herbst ist ein Kilo schon für 65 Cent zu haben. So billig sei Zucker im Einzelhandel seit mindestens zehn Jahren nicht gewesen, sagt Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail

Ganz anders ist die Situation für die Industrie, die große Mengen des Rohstoffs zur Weiterverarbeitung braucht. Viele Hersteller bekämen über die bestehenden Kontrakte hinaus entweder gar keinen Zucker oder nur zu extrem hohen Spotpreisen, klagt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Dies belaste die Margen und sei für einige Unternehmen sogar existenzbedrohend.

Kommentare (4)

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Daniel

11.06.2011, 17:39 Uhr

Es ist unglaublich - in den letzten zwei Jahren wurden die deutschen Landwirte genötigt, ihren Zuckerrübenanbau zurückzufahren, um den Weltmarkt zu entlasten und anderen Ländern eine Chance zu geben. Hersteller wie Südzucker haben Werke geschlossen, die garnicht mal alt waren (z.B. Groß-Gerau). Die Zuckerrüben müssen deswegen heute vielfach über wesentlich weitere Strecken vom Feld in die Fabrik transportiert werden. Bezhalt wurde das Ganze natürlich mit entsprechenden Ausgleichszahlungen.

Und nun wird der Zucker knapp und rationiert, weil der angeblich überschwemmte Weltmarkt überhaupt nicht liefern kann ?? Es lebe die sozialistische Planwirtschaft in der demokratischen europäischen Union...

HelmutjosefWeber

11.06.2011, 18:02 Uhr

Eigendlich sollten die hochbezahlten EU-Minister wissen, dass Planwirtschaft nicht funktioniert.

Viele Grüße
H. J. Weber

Account gelöscht!

12.06.2011, 04:20 Uhr

zucker kan man an der börse handeln hier ganz einfach ...
http://tinyurl.com/69desf3

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